TÜV Vorbereitung Checkliste: So bestehen Sie die HU beim ersten Mal

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Der Termin für die Hauptuntersuchung steht an, und die Nervosität steigt: Fällt das Auto durch, bedeuten Nachbesserung und Nachprüfung Zeit und Geld. Dabei scheitern viele Fahrzeuge nicht an teuren Defekten, sondern an Kleinigkeiten, die sich vorab in einer halben Stunde prüfen lassen. Diese TÜV-Vorbereitung Checkliste zeigt, worauf Prüfer 2026 achten und was Sie selbst erledigen können.

Faktenkarte HU-Vorbereitung mit Richtwerten

Wie läuft die Hauptuntersuchung ab?

Bei Pkw ist die Hauptuntersuchung (HU) in Deutschland alle zwei Jahre fällig, bei Neuwagen erstmals nach drei Jahren. Der Prüfer kontrolliert Beleuchtung, Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Reifen, Karosserie und Abgasanlage. Seit Jahren ist die Abgasuntersuchung Teil der HU. Am Ende steht eines von vier Ergebnissen: kein Mangel, geringer Mangel, erheblicher Mangel oder verkehrsunsicher. Bei einem erheblichen Mangel gibt es keine Plakette, Sie haben in der Regel einen Monat Zeit für die Reparatur und die Nachprüfung. Wie das abläuft, steht in unserem Beitrag TÜV durchgefallen: Was tun?.

Papiere und Pflichtausstattung bereitlegen

Ohne die richtigen Unterlagen beginnt die Prüfung gar nicht erst. Nehmen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil 1 mit, bei einer Folgeprüfung hilft zudem der Prüfbericht der letzten HU. Wenn Sie das Dokument verlegt haben, lesen Sie vorab, wie Sie Ersatz bekommen. Im Fahrzeug sollten Verbandskasten und Warndreieck griffbereit liegen. Der Verbandskasten darf nicht abgelaufen sein, die Pflicht dazu erklären wir im Beitrag Verbandskasten-Pflicht. Zum Warndreieck lesen Sie Warndreieck-Pflicht. Die Warnweste wird bei der HU nicht zwingend geprüft, gehört aber ohnehin ins Auto.

Checkliste: Beleuchtung und Sicht

Defekte Lampen sind der häufigste und zugleich am leichtesten vermeidbare Mangel. Bitten Sie eine zweite Person, vor dem Auto zu stehen, und prüfen Sie nacheinander folgende Punkte:

  • Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht und Nebelscheinwerfer vorn
  • Rücklicht, Bremslicht (auch das dritte Bremslicht) und Rückfahrscheinwerfer
  • Alle Blinker inklusive Warnblinkanlage, vorn, hinten und seitlich
  • Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung
  • Streuscheiben ohne Risse, Scheinwerfer nicht blind oder vergilbt

Bei den Scheinwerfern kontrolliert der Prüfer außerdem die Einstellung. Leuchten sie zu hoch, blenden sie den Gegenverkehr. Häufig lässt sich das in der Werkstatt schnell beheben. Funktioniert das Bremslicht nicht, liegt es oft an einer Birne oder dem Schalter, mehr dazu im Beitrag Bremslicht funktioniert nicht.

Zur Sicht gehören auch Scheibenwischer und Scheibenwaschanlage. Schlierende oder rissige Wischerblätter fallen auf, ebenso Steinschläge im Sichtfeld des Fahrers. Die Waschanlage sollte Wasser liefern und die Düsen die Scheibe treffen.

Checkliste: Reifen, Bremsen und Fahrwerk

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Wer vor der HU Reifen ersetzen will, findet Hinweise im Beitrag Mindestprofiltiefe bei Reifen. Achten Sie neben dem Profil auch auf Risse in den Flanken, Beulen und ungleichmäßigen Verschleiß, der auf Fahrwerksprobleme hinweist. Der Reifendruck sollte dem Wert in der Tankklappe oder Fahrertür entsprechen.

Bei den Bremsen schaut der Prüfer auf Beläge, Scheiben, Leitungen und die Wirkung auf dem Rollenprüfstand. Quietscht oder schleift es, oder zieht das Auto beim Bremsen zur Seite, sollten Sie das vorab klären lassen. Weitere Infos finden Sie unter Bremse quietscht. Auch das Bremspedal sollte einen klaren Druckpunkt haben. Die Handbremse muss das Fahrzeug sicher halten.

Am Fahrwerk sind ausgeschlagene Spurstangenköpfe, defekte Stoßdämpfer, rissige Achsmanschetten und Spiel in den Radlagern typische Mängel. Ein Ölverlust am Motor oder Getriebe kann ebenfalls als Mangel gewertet werden, wenn Öl tropft. Eine Sichtprüfung unter dem Auto, am besten nach einer Nacht auf sauberem Untergrund, zeigt Flecken.

Checkliste: Abgas, Motor und Elektronik

Leuchtet die Motorkontrollleuchte, ist die Abgasuntersuchung in aller Regel nicht zu bestehen. Lassen Sie den Fehlerspeicher vorher auslesen, was bei vielen Werkstätten nur wenig kostet. Eine ausführliche Erklärung liefert der Beitrag Motorkontrollleuchte leuchtet. Auch Airbag-, ABS- und ESP-Leuchten werden von den Prüfern kontrolliert, wenn sie dauerhaft brennen, gibt es meist einen Mangel. Fahren Sie das Auto vor dem Termin etwa 20 Minuten warm, damit Motor und Katalysator die Betriebstemperatur erreichen.

Innenraum und Karosserie

Sicherheitsgurte müssen sich ohne Hängen ausziehen und einrasten lassen. Die Hupe muss funktionieren, die Türen sollten sich sicher öffnen und schließen. An der Karosserie sind durchgerostete Stellen an tragenden Teilen und scharfe Kanten nach einem Unfallschaden ein Problem. Kleine Kratzer und Dellen sind dagegen unkritisch. Prüfen Sie außerdem, ob Kennzeichen lesbar und fest montiert sind.

Was kostet die HU und wann lohnt sich der Vorab-Check?

Die Gebühr für HU und Abgasuntersuchung liegt je nach Prüforganisation und Region häufig zwischen etwa 110 und 160 Euro. Eine genaue Aufstellung finden Sie in unserem Beitrag TÜV-Kosten. Fällt das Auto durch, kommt die Nachprüfung hinzu, die je nach Umfang meist deutlich günstiger ist. Details dazu im Artikel TÜV-Nachprüfung Kosten. Ein Vorab-Check in einer Werkstatt lohnt sich vor allem bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung, weil Mängel dann vor dem offiziellen Termin sichtbar werden.

Wann sollten Sie den Termin legen?

Buchen Sie die Prüfung am besten kurz vor Ablauf der Plakette, aber nicht in der letzten Woche. So bleibt Zeit für Reparaturen. Wer die Frist überzieht, riskiert nach zwei Monaten ein Verwarnungsgeld, das mit der Dauer steigt. Wie das aussieht, erklärt TÜV überziehen: Strafe. Planen Sie außerdem Zeit ein, falls ein Ersatzteil bestellt werden muss.

Häufige Fragen

Muss das Auto sauber sein? Pflicht ist das nicht, doch ein sauberes, aufgeräumtes Fahrzeug erleichtert die Sichtprüfung. Räumen Sie den Kofferraum leer und entfernen Sie lose Ladung, damit der Prüfer an Reserverad, Wagenheber und Befestigungspunkte kommt.

Darf ich Mängel kurz vorher selbst beheben? Ja, einfache Arbeiten wie Glühlampen, Wischerblätter oder Reifendruck können Sie selbst erledigen. Bei Bremsen und Fahrwerk sollten Sie eine Fachwerkstatt beauftragen.

Was gilt bei Umbauten? Tieferlegung, Felgen oder Anbauteile müssen eingetragen sein. Nehmen Sie die Papiere dazu mit.

Fazit

Mit dieser Checkliste fangen Sie die meisten typischen Mängel selbst ab: Beleuchtung testen, Reifen und Bremsen prüfen, Fehlerspeicher auslesen, Papiere und Pflichtausstattung bereitlegen. Alle Angaben sind Richtwerte für Deutschland 2026. Maßgeblich bleibt die Beurteilung des Prüfers vor Ort.