TÜV durchgefallen: Was jetzt zu tun ist

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Bist du beim TÜV durchgefallen, ist das zunächst kein Drama: Bei erheblichen Mängeln hast du einen Monat Zeit, das Auto reparieren zu lassen und zur Nachprüfung zu bringen. Nur bei verkehrsgefährdenden Mängeln darf das Fahrzeug nicht mehr bewegt werden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Mängelklassen es gibt, was die Nachprüfung kostet und wie du Ärger vermeidest.

Inhalt

Die Mängelklassen im Überblick

Bei der Hauptuntersuchung (HU) stuft der Prüfer festgestellte Mängel in vier Stufen ein. Ohne Mängel erhältst du sofort die neue Plakette. Bei geringen Mängeln gibt es die Plakette ebenfalls, du solltest die Punkte aber bei Gelegenheit beheben. Durchgefallen bist du bei erheblichen und verkehrsgefährdenden Mängeln.

Bei erheblichen Mängeln, etwa abgefahrenen Reifen, verschlissenen Bremsbelägen oder defekten Beleuchtungsteilen, bekommst du keine Plakette. Das Auto gilt als nicht verkehrssicher im vollen Sinne, darf aber meist noch bewegt werden, um zur Werkstatt zu kommen. Bei verkehrsgefährdenden Mängeln, zum Beispiel einer stark durchgerosteten tragenden Struktur oder einer versagenden Bremsanlage, wird die Plakette entwertet und das Fahrzeug darf nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Dann hilft nur Abschleppen oder ein Transport auf dem Anhänger.

Ablauf nach dem Nichtbestehen

Zuerst bekommst du den Prüfbericht mit allen Mängeln. Lies ihn genau und frage nach, wenn dir etwas unklar ist. Der Prüfer erklärt dir gern, was repariert werden muss. Im nächsten Schritt holst du Angebote von ein bis zwei Werkstätten ein, denn die Preisunterschiede bei Reparaturen sind erheblich.

Danach lässt du die Mängel beseitigen und bringst das Fahrzeug mit dem Prüfbericht zur Nachprüfung. Das ist der entscheidende Punkt: Findet die Nachprüfung innerhalb eines Monats nach der ersten HU statt, prüft der Sachverständige in der Regel nur die beanstandeten Punkte und vergibt dann die Plakette. Die Nachprüfung machst du am besten bei derselben Prüforganisation, damit sich alles auf den ersten Bericht bezieht.

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Tipp: Bewahre die Werkstattrechnung auf. Sie belegt, dass die Mängel behoben wurden, und kann bei Rückfragen hilfreich sein. Bei sicherheitsrelevanten Reparaturen wie Bremsen oder Lenkung solltest du außerdem auf Originalteile oder gleichwertige Qualität achten.

Was Nachprüfung und Reparatur kosten

Die Hauptuntersuchung für einen Pkw kostet 2026 grob 120 bis 150 Euro, je nach Prüforganisation und Region (Richtwert, inklusive Abgasuntersuchung). Für die Nachprüfung innerhalb der Monatsfrist rechnest du meist mit 15 bis 40 Euro. Eine genaue Übersicht findest du in unserem Beitrag zu den Kosten der TÜV-Nachprüfung. Wird die Frist überschritten, verlangt die Prüfstelle in der Regel eine komplette neue HU zum vollen Preis.

Ob die Mängelbeseitigung teuer wird, hängt davon ab, was kaputt ist. Eine defekte Glühbirne oder ein neuer Scheibenwischer kosten wenige Euro. Neue Bremsen schlagen mit mehreren hundert Euro zu Buche, wie unser Ratgeber zu den Kosten für neue Bremsscheiben zeigt. Bei Rostschäden an tragenden Teilen können die Kosten schnell den Fahrzeugwert übersteigen, dann stellt sich die Frage, ob sich die Reparatur überhaupt noch lohnt.

Behalte außerdem die Abgasuntersuchung im Blick, denn auch sie ist Teil der HU. Fällt das Abgasverhalten durch, liegt oft ein Defekt an Katalysator, Lambdasonde oder Zündung vor, der gesondert zu beheben ist.

Häufigste Durchfallgründe

Die meisten Fahrzeuge fallen wegen wiederkehrender Verschleißteile durch. Dazu zählen Mängel an der Beleuchtung, an Bremsen, an Achsen und Lenkung sowie an Reifen und Fahrwerk. Auch Ölverlust am Motor oder Getriebe und lose Auspuffanlagen tauchen regelmäßig im Prüfbericht auf. Bei älteren Fahrzeugen kommt Rost an Schwellern, Federbeindomen und Bremsleitungen hinzu.

Wer sein Auto vor dem Termin selbst durchcheckt, spart oft Geld und Zeit. Prüfe alle Lampen inklusive Kennzeichenbeleuchtung, den Reifendruck und das Profil, die Scheibenwischer sowie den Ölstand. Eine Probefahrt auf unebener Strecke verrät, ob Federung und Dämpfer Geräusche machen. Vor dem offiziellen Termin kannst du außerdem einen Gebrauchtwagen-Check machen lassen, der Schwachstellen früh aufdeckt.

Übrigens ist die Nachprüfung kein Freibrief für halbherzige Reparaturen. Ein Prüfer erkennt, ob Teile nur provisorisch behoben wurden. Eine saubere Reparatur zahlt sich aus, da du dir einen zweiten Misserfolg und weitere Gebühren sparst.

Was passiert, wenn die Frist abläuft?

Ist die Monatsfrist verstrichen, ohne dass du zur Nachprüfung warst, musst du die gesamte Hauptuntersuchung wiederholen. Das kostet erneut die volle Gebühr. Zusätzlich solltest du bedenken, dass deine alte Plakette in der Zwischenzeit abgelaufen sein kann. Fährst du mit abgelaufener HU, drohen Verwarnungs- und Bußgelder. Je nach Überschreitung sind es laut Bußgeldkatalog ab 15 Euro, bei mehr als vier Monaten ab 60 Euro und einem Punkt in Flensburg. Mehr dazu liest du im Artikel zur Strafe beim Überziehen des TÜV.

Bei verkehrsgefährdenden Mängeln gilt ein Betriebsverbot. Wer trotzdem fährt, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern gefährdet den Versicherungsschutz. Im Schadensfall kann die Versicherung Leistungen kürzen oder dich in Regress nehmen. Lass das Auto in einem solchen Fall abschleppen oder per Anhänger zur Werkstatt bringen.

Häufige Fragen

Wie lange habe ich Zeit für die Nachprüfung?

Du hast einen Monat nach der ersten Hauptuntersuchung. In dieser Zeit prüft der Sachverständige in der Regel nur die zuvor festgestellten Mängel. Danach wird eine komplette neue HU fällig.

Darf ich nach dem Durchfallen weiterfahren?

Bei erheblichen Mängeln darfst du meist weiterfahren, solange die alte Plakette gültig ist und das Fahrzeug fahrbereit bleibt. Bei verkehrsgefährdenden Mängeln ist das Fahren verboten.

Kann ich die Nachprüfung bei einer anderen Prüfstelle machen?

Das ist möglich, bringt aber oft Nachteile, weil die neue Stelle den vollen Umfang prüfen darf und den Preis neu berechnet. Bleib daher möglichst bei der ursprünglichen Prüforganisation.

Unterm Strich ist ein nicht bestandener TÜV vor allem eine Frage der Organisation: Mängel schnell beheben, Monatsfrist im Blick behalten und mit dem Prüfbericht zur Nachprüfung fahren.