Abgasuntersuchung: Kosten 2026

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Alle zwei Jahre steht neben der Hauptuntersuchung (HU) auch die Abgasuntersuchung (AU) an. Für die reine AU sind 2026 rund 30 Euro einzuplanen, kombiniert mit der Hauptuntersuchung liegen die Gesamtkosten je nach Prüforganisation und Fahrzeugklasse meist zwischen 80 und 170 Euro.

Inhalt

Abgasuntersuchung: Kosten 2026 im Überblick

Die AU wird seit 2010 nicht mehr separat, sondern immer zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgeführt und auch gemeinsam abgerechnet. Als grobe Richtwerte gelten:

  • Abgasuntersuchung allein (reiner Anteil): ca. 30 Euro
  • HU + AU kombiniert (Pkw): ca. 80–170 Euro, abhängig von Prüforganisation und Region
  • Nachprüfung nach nicht bestandener AU: ca. 25 Euro
  • Motorrad (HU + AU): ca. 60–85 Euro
  • Elektroauto (nur HU, keine AU): ca. 56–74 Euro

Die Preisunterschiede erklären sich vor allem durch die Prüforganisation: TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS kalkulieren ihre Gebühren unabhängig voneinander, zusätzlich variieren die Preise je nach Bundesland und Fahrzeuggröße. Ein Vergleich der Anbieter in der eigenen Region lohnt sich, da die Prüfung selbst überall nach denselben gesetzlichen Vorgaben abläuft.

Abgasuntersuchung (AU) - Kosten-Richtwerte Deutschland 2026
Abgasuntersuchung: Kosten-Richtwerte für Deutschland 2026.

Warum gibt es die Abgasuntersuchung überhaupt?

Die AU wurde eingeführt, um den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen im laufenden Betrieb dauerhaft zu kontrollieren und nicht nur bei der Typzulassung im Herstellerwerk. Über die Lebensdauer eines Fahrzeugs können sich Abgaswerte durch Verschleiß, veraltete Software oder defekte Bauteile spürbar verschlechtern, ohne dass der Fahrer davon zwangsläufig etwas merkt. Die regelmäßige Prüfung sorgt dafür, dass solche Fahrzeuge erkannt und repariert werden, bevor sie dauerhaft mit erhöhten Emissionen unterwegs sind.

Was ist der Unterschied zwischen HU und AU?

Die Hauptuntersuchung (HU) prüft den technischen Gesamtzustand eines Fahrzeugs: Bremsen, Lenkung, Beleuchtung, Fahrwerk, Karosserie und viele weitere Punkte. Die Abgasuntersuchung (AU) konzentriert sich dagegen ausschließlich auf die Schadstoffemissionen und stellt sicher, dass die Abgaswerte innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte liegen. Beide Prüfungen finden zwar gemeinsam statt, sind aber inhaltlich getrennt zu betrachten – ein Fahrzeug kann die HU bestehen und trotzdem bei der AU durchfallen, wenn zum Beispiel der Katalysator nicht mehr richtig arbeitet.

Wie läuft die Abgasuntersuchung ab?

Bei den meisten modernen Fahrzeugen erfolgt die AU heute überwiegend über die Onboard-Diagnose (OBD): Der Prüfer schließt ein Diagnosegerät an die Fahrzeugelektronik an und liest die gespeicherten Abgaswerte sowie eventuelle Fehlercodes der Motorsteuerung aus. Ergänzend wird eine Sichtprüfung der Abgasanlage vorgenommen, etwa auf undichte Stellen oder einen fehlenden Katalysator. Bei älteren Fahrzeugen ohne vollständige OBD-Anbindung kommt teilweise noch eine klassische Abgasmessung mit einer Sonde im Auspuff zum Einsatz.

Welche Fahrzeuge benötigen eine AU?

Grundsätzlich müssen alle zulassungspflichtigen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zur AU – also Benziner, Diesel sowie Plug-in-Hybride. Reine Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb sind von der AU befreit, da sie keine Abgase im klassischen Sinn ausstoßen. Für sie fällt bei der Hauptuntersuchung lediglich die reguläre HU-Gebühr an, was die Prüfung insgesamt günstiger macht als bei einem vergleichbaren Verbrenner.

Was passiert, wenn die AU nicht bestanden wird?

Fällt ein Fahrzeug bei der Abgasuntersuchung durch, wird zunächst kein Prüfsiegel vergeben und es bleibt in der Regel ein Monat Zeit, den Mangel zu beheben. Häufige Ursachen sind ein defekter Katalysator, eine fehlerhafte Lambdasonde oder ein zu fettes Gemisch. Nach der Reparatur genügt meist eine kostengünstigere Nachprüfung für rund 25 Euro, bei der nur der beanstandete Punkt erneut kontrolliert wird – eine komplette Neuprüfung ist normalerweise nicht nötig, solange die Nachprüfung innerhalb eines Monats erfolgt.

Bußgelder bei überzogener Prüffrist

Wird der Termin für HU und AU überzogen, drohen gestaffelte Bußgelder:

  • 2 bis 4 Monate Verspätung: 15 Euro
  • 4 bis 8 Monate Verspätung: 25 Euro
  • Mehr als 8 Monate Verspätung: 60 Euro plus 1 Punkt in Flensburg

Da eine abgelaufene Plakette bei jeder Verkehrskontrolle aktenkundig wird, lohnt es sich, den Termin frühzeitig im Kalender einzutragen, statt auf eine Erinnerung durch die Zulassungsstelle zu warten. Viele Werkstätten und Prüforganisationen bieten inzwischen auch eine automatische Terminerinnerung per E-Mail oder App an, sobald sich die nächste Fälligkeit nähert.

Kosten für die Abgasuntersuchung sparen

  • Preise mehrerer Prüforganisationen (TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS) in der Region vergleichen
  • HU und AU immer gemeinsam durchführen lassen, das spart eine separate Anfahrt
  • Vor dem Termin selbst auf Beleuchtung, Reifenprofil und offensichtliche Mängel achten, um eine kostenpflichtige Nachprüfung zu vermeiden
  • Bei Verdacht auf einen Katalysator- oder Lambdasondendefekt frühzeitig in einer Werkstatt vorstellig werden, statt den Termin auf gut Glück wahrzunehmen

Häufige Fragen

Ist die AU auch für Elektroautos Pflicht?

Nein. Reine Elektrofahrzeuge ohne Verbrennungsmotor sind von der Abgasuntersuchung befreit, müssen aber weiterhin zur regulären Hauptuntersuchung.

Wie oft muss die AU durchgeführt werden?

Wie die Hauptuntersuchung findet auch die Abgasuntersuchung bei den meisten Pkw alle zwei Jahre statt, bei Neuwagen erstmals nach drei Jahren.

Kann ich HU und AU bei unterschiedlichen Anbietern machen lassen?

Nein, beide Prüfungen werden gemeinsam bei derselben Prüforganisation durchgeführt und auch gemeinsam auf der Plakette sowie im Fahrzeugschein dokumentiert.

Beeinflusst der Zustand meines Fahrzeugs die Kosten der AU?

Der reine Prüfpreis ist unabhängig vom technischen Zustand des Fahrzeugs. Fällt die Prüfung jedoch durch, kommen die Kosten für die Reparatur sowie die Nachprüfungsgebühr hinzu, sodass die tatsächlichen Gesamtkosten im Einzelfall spürbar höher ausfallen können.

Kurz zusammengefasst

Die reine Abgasuntersuchung schlägt mit rund 30 Euro zu Buche, kombiniert mit der Hauptuntersuchung landen die meisten Fahrzeughalter bei 80 bis 170 Euro. Wer Angebote vergleicht, den Termin nicht verstreichen lässt und Fahrzeugmängel frühzeitig beheben lässt, kommt in der Regel günstig und ohne Stress durch die nächste Prüfung.