TÜV überziehen: Welche Strafe droht 2026?

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Wer den TÜV überziehen muss keine sofortige Strafe fürchten, wenn es nur ein paar Tage sind – teuer wird es erst später. Bis zu zwei Monate über dem HU-Termin passiert bußgeldtechnisch nichts, danach steigt das Verwarngeld stufenweise an. Wer mehr als acht Monate überzieht, zahlt 60 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg. Hier bekommst du die genauen Fristen, Kosten und Tipps – als Richtwerte 2026 für Deutschland.

Inhalt

Ab wann gilt der TÜV als überzogen?

Die Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich TÜV, ist bei einem normalen Pkw alle zwei Jahre fällig. Maßgeblich ist der Monat auf der runden Prüfplakette hinten am Kennzeichen. Läuft die Plakette zum Beispiel im März ab, hast du bis Ende März Zeit – ab dem 1. April giltst du offiziell als überzogen.

Anders als viele denken, verfällt deine Betriebserlaubnis nicht sofort. Du darfst weiterfahren, auch wenn die Plakette abgelaufen ist. Das Problem: Bei einer Kontrolle droht ab einer gewissen Überziehung ein Verwarngeld, und ab zwei Monaten kann die Prüfstelle bei der nächsten HU genauer hinschauen. Wie hoch die Kosten für den regulären Termin sind, liest du in unserem Ratgeber zu den TÜV-Kosten.

Wichtig zu wissen: Zuständig ist nicht der Staat, der dich anschreibt, sondern du selbst musst den Termin im Blick behalten. Eine Erinnerung vom TÜV oder von der Zulassungsstelle gibt es nicht verlässlich. Wer sich allein auf die Post verlässt, überzieht schnell – und merkt es oft erst bei einer Verkehrskontrolle.

tüv überziehen strafe - Uebersicht Richtwerte 2026
tüv überziehen strafe – Übersicht der Verwarngelder als Richtwerte 2026.

TÜV überziehen: Diese Strafe droht 2026

Wie hoch die Strafe fürs TÜV überziehen ausfällt, hängt allein davon ab, wie lange die HU schon fällig ist. Der Bußgeldkatalog staffelt das in klare Stufen. Diese Richtwerte 2026 gelten für Pkw:

  • bis 2 Monate überzogen: kein Bußgeld, kein Verwarngeld.
  • 2 bis 4 Monate: 15 Euro Verwarngeld.
  • 4 bis 8 Monate: 25 Euro Verwarngeld.
  • über 8 Monate: 60 Euro plus 1 Punkt in Flensburg.

Ein kurzes Rechenbeispiel: Ist dein Termin seit fünf Monaten überfällig, fällt bei einer Kontrolle ein Verwarngeld von 25 Euro an. Ärgerlich, aber überschaubar. Richtig unangenehm wird die achte Monatsgrenze – ab da kommt zum Bußgeld von 60 Euro der Punkt dazu. Wie du einen solchen Eintrag wieder loswirst, erklären wir im Beitrag Punkte in Flensburg abbauen.

Diese Sätze beziehen sich auf normale Pkw. Für Fahrzeuge mit Anhänger, Lkw oder Busse gelten teils höhere Beträge und kürzere Prüfintervalle. Die Systematik – je länger überzogen, desto teurer – bleibt aber dieselbe. Einen Überblick über weitere Verkehrsverstöße findest du in unserem Bußgeldkatalog Geschwindigkeit.

Weitere Folgen: Nachprüfung, Versicherung, Unfall

Das Verwarngeld ist oft nicht das Einzige, was auf dich zukommt. Wer die HU um mehr als zwei Monate überzieht, muss mit einer erweiterten Hauptuntersuchung rechnen. Die Prüforganisation darf dann gründlicher kontrollieren und eine Nachgebühr verlangen. Unterm Strich wird dein TÜV-Termin dadurch teurer, als wenn du pünktlich gekommen wärst.

Noch heikler ist die Sache bei einem Unfall. Deine Kfz-Haftpflicht zahlt zwar in der Regel den Schaden des Unfallgegners – ein abgelaufener TÜV hebelt die Haftpflicht nicht aus. Aber: Steht fest, dass ein technischer Mangel den Unfall mitverursacht hat, den eine fällige HU aufgedeckt hätte, kann die Versicherung dir einen Teil zurückbelasten oder bei der Kasko kürzen. Das ist ein reales Risiko, das den gesparten TÜV-Termin schnell auffrisst.

Was heißt das konkret?

Solange nichts passiert, bleibt es beim Verwarngeld nach obiger Staffel. Kommt aber ein technischer Defekt und ein Schaden zusammen, kann es richtig teuer werden. Deshalb lohnt sich Aufschieben selten.

So vermeidest du die Strafe

Der beste Rat ist der einfachste: Termin nicht aufschieben. Trag dir den Monat der Plakette rechtzeitig ein und buch den TÜV, sobald es zeitlich passt – du kannst die HU auch schon einige Wochen vor Ablauf machen lassen, ohne Nachteil. Viele Werkstätten und Prüfstellen bieten Kombitermine mit der Inspektion an, das spart einen zweiten Weg.

Ein paar praktische Punkte, die vor dem Termin Ärger ersparen:

  • Beleuchtung rundum prüfen – durchgebrannte Lampen sind ein Klassiker beim Durchfallen.
  • Reifenprofil und Bremsen im Blick behalten.
  • Warndreieck, Verbandkasten und Warnweste an Bord haben.
  • Ölstand und offensichtliche Undichtigkeiten checken.

Wenn du merkst, dass du den Termin schon überzogen hast, gilt: je schneller nachholen, desto günstiger. Zwischen 15 und 60 Euro liegt eine Menge Spielraum – und den bestimmst allein du über das Datum.

Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung dar. Im Einzelfall können Beträge und Regelungen abweichen.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich mit abgelaufenem TÜV noch fahren?

Ja, das Fahren bleibt grundsätzlich erlaubt. Deine Betriebserlaubnis erlischt nicht automatisch. Du riskierst aber ab zwei Monaten Überziehung ein Verwarngeld und ab acht Monaten zusätzlich einen Punkt in Flensburg.

Wie viel kostet es, wenn ich den TÜV um vier Monate überziehe?

Bei einer Überziehung von 4 bis 8 Monaten fallen 25 Euro Verwarngeld an (Richtwert 2026). Dazu kann bei über zwei Monaten eine erweiterte HU mit Nachgebühr kommen.

Bekomme ich beim TÜV-Überziehen einen Punkt in Flensburg?

Erst ab mehr als acht Monaten Überziehung. Dann sind es 60 Euro plus 1 Punkt. Darunter bleibt es beim reinen Verwarngeld ohne Eintrag.

Kurz zusammengefasst

Ein paar Tage über der Frist sind kein Drama, aber jeder Monat kostet ab der Zwei-Monats-Grenze bares Geld – und ab acht Monaten auch einen Punkt. Die Staffel ist klar: 15, 25, dann 60 Euro plus Punkt. Wer den Termin gleich macht, spart sich das Verwarngeld, die mögliche Nachgebühr und das Restrisiko bei einem Unfall. Also lieber heute den Termin buchen als nächsten Monat das Verwarngeld zahlen.