Wer bei der Hauptuntersuchung erhebliche Mängel attestiert bekommt, muss nicht gleich die komplette HU wiederholen. Die TÜV-Nachprüfung ist der schnellere und günstigere Weg zur Plakette: Sie kostet meist nur 15–30 €, muss aber innerhalb einer festen Frist erfolgen. Was die Nachprüfung 2026 kostet, wie viel Zeit du hast und was passiert, wenn du die Frist verpasst, liest du hier.
Inhalt
- Was ist eine TÜV-Nachprüfung?
- Was kostet die Nachprüfung?
- Welche Frist hast du?
- So läuft die Nachprüfung ab
- Frist verpasst – was dann?
- Häufige Fragen
Was ist eine TÜV-Nachprüfung?
Stuft der Prüfer bei der Hauptuntersuchung dein Fahrzeug als „erheblich mangelhaft“ ein, bekommst du keine neue Plakette. Typische Gründe sind etwa abgefahrene Bremsbeläge, defekte Beleuchtung oder zu wenig Profiltiefe auf den Reifen. Statt die komplette Hauptuntersuchung erneut zu durchlaufen, reicht in diesem Fall eine Nachprüfung: Der Prüfer kontrolliert gezielt nur die beanstandeten Punkte und stempelt die Plakette nach, sobald sie behoben sind.
Wichtig ist die Unterscheidung zur Einstufung „verkehrsunsicher“: In diesem Fall darfst du gar nicht mehr weiterfahren, bevor der Mangel repariert ist. Bei „erheblichen Mängeln“ darfst du zur Werkstatt und zur Nachprüfung fahren, solltest die Reparatur aber zügig erledigen.

Was kostet die Nachprüfung?
Die TÜV-Nachprüfung ist deutlich günstiger als eine komplette HU: Je nach Prüforganisation und Bundesland liegen die Gebühren meist bei 15–30 €. Zum Vergleich: Eine reguläre HU inklusive AU kostet für einen Pkw meist rund 120–160 €. Die Nachprüfung selbst ist also nur ein Bruchteil davon, weil der Prüfer ausschließlich die zuvor beanstandeten Punkte erneut begutachtet, nicht das komplette Fahrzeug.
Nicht eingerechnet sind dabei natürlich die Kosten der eigentlichen Reparatur. Musst du zum Beispiel Bremsen wechseln lassen oder eine defekte Lampe tauschen, kommen diese Werkstattkosten zur Nachprüfungsgebühr noch hinzu. Bei den häufigsten Mängeln – abgefahrenen Reifen, defekten Scheibenwischern oder einzelnen Glühlampen – bleiben die Gesamtkosten meist überschaubar. Erst bei größeren Arbeiten, etwa an der Bremsanlage oder der Achsgeometrie, kann die Reparatur teurer werden als die Nachprüfung selbst.
Ein Praxistipp: Manche Werkstätten bieten die Nachprüfung direkt im Anschluss an die Reparatur an, wenn der Prüfingenieur ohnehin noch vor Ort ist. Das spart eine separate Anfahrt und damit indirekt auch Zeit und Kosten.
Welche Frist hast du?
Für die Nachprüfung nach erheblichen Mängeln hast du in der Regel einen Monat Zeit, gerechnet ab dem Tag der ursprünglichen Hauptuntersuchung. Innerhalb dieser Frist kannst du bei nahezu jeder Prüfstelle der gleichen Organisation vorstellig werden – du musst also nicht zwingend zur selben Filiale zurück, solltest aber bei derselben Prüforganisation (TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS) bleiben, bei der die HU ursprünglich stattfand.
Ein Blick auf den Kalender direkt nach der Hauptuntersuchung lohnt sich: Wer die Reparatur aufschiebt, merkt oft erst kurz vor Fristende, wie knapp die Zeit tatsächlich wird – vor allem, wenn Ersatzteile erst bestellt werden müssen.
So läuft die Nachprüfung ab
Der Ablauf ist unkompliziert: Nach der Reparatur fährst du mit dem Fahrzeug und dem Prüfbericht der ursprünglichen HU zur Prüfstelle. Der Prüfer kontrolliert gezielt die zuvor bemängelten Punkte – zum Beispiel, ob die neuen Bremsbeläge montiert sind oder die Beleuchtung wieder funktioniert. Sind alle beanstandeten Mängel behoben, wird die Plakette direkt vergeben, ohne dass das gesamte Fahrzeug erneut durchgecheckt wird.
Praktisch: Wenn ohnehin ein Gebrauchtwagen-Check ansteht oder du unsicher bist, ob noch weitere Kleinigkeiten auffallen könnten, lohnt sich vor der Nachprüfung ein kurzer Blick in die Werkstatt – so vermeidest du eine dritte Anfahrt.
Anders als bei der ursprünglichen Hauptuntersuchung nimmt sich der Prüfer bei der Nachprüfung deutlich weniger Zeit: Oft dauert der Termin nur wenige Minuten, weil ausschließlich die dokumentierten Mängelpunkte kontrolliert werden. Nimm deshalb am besten den schriftlichen Prüfbericht sowie, falls vorhanden, eine Rechnung der durchgeführten Reparatur mit – das beschleunigt den Termin zusätzlich und dient als Nachweis, welche Teile bereits erneuert wurden.
Frist verpasst – was dann?
Wird die Monatsfrist überschritten, reicht die einfache Nachprüfung nicht mehr aus. Stattdessen wird eine komplette Hauptuntersuchung fällig – mit vollem Prüfumfang und vollen Kosten von rund 120–160 €, so wie beim regulären Termin. Die günstigere Nachprüfung ist dann keine Option mehr, selbst wenn nur noch ein einziger, längst behobener Mangel offen war.
Wer merkt, dass die Frist nicht zu halten ist, sollte deshalb möglichst frühzeitig einen neuen Termin vereinbaren, statt bis zum letzten Tag zu warten. Mehr zu den Konsequenzen, wenn die Plakette insgesamt abgelaufen ist, findest du in unserem Ratgeber zum Thema TÜV überziehen.
Alle Angaben sind Richtwerte 2026 für Deutschland und ersetzen keine verbindliche Auskunft. Genaue Gebühren und Fristen nennt dir deine Prüforganisation vor Ort.
Häufige Fragen
Muss ich für die Nachprüfung zur gleichen Prüfstelle zurück?
Nicht zwingend zur exakt gleichen Filiale, aber meist zur gleichen Prüforganisation, bei der die ursprüngliche Hauptuntersuchung stattfand. Ein Wechsel der Organisation ist in der Regel nicht vorgesehen, wenn du die günstigere Nachprüfung nutzen willst.
Was passiert, wenn bei der Nachprüfung noch ein Mangel übersehen wurde?
Dann bekommst du auch bei der Nachprüfung keine Plakette und musst den verbleibenden Mangel zusätzlich beheben. Solange dies noch innerhalb der Monatsfrist gelingt, bleibt es bei der günstigen Nachprüfungsgebühr.
Darf ich mit „erheblichen Mängeln“ noch fahren?
In der Regel ja, solange das Fahrzeug nicht als „verkehrsunsicher“ eingestuft wurde. Trotzdem gilt: Sicherheitsrelevante Mängel wie schwache Bremsen sollten so schnell wie möglich repariert werden, unabhängig von der formalen Frist.
Unterm Strich lohnt sich die TÜV-Nachprüfung fast immer: Für 15–30 € sparst du dir eine komplette Hauptuntersuchung – solange du die Monatsfrist im Blick behältst und die Reparatur nicht auf die lange Bank schiebst.