Der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit regelt, was zu schnelles Fahren in Deutschland kostet – und die Spanne ist groß. Innerorts fängt es 2026 bei rund 30 Euro für bis zu 10 km/h zu viel an und reicht bis zum Fahrverbot ab 31 km/h Überschreitung. Wie viel du am Ende zahlst, hängt davon ab, wo du geblitzt wurdest und wie deutlich du drüber warst.
Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Die genannten Beträge sind gerundete Richtwerte für 2026 und können sich ändern.
Inhalt
- Bußgeldkatalog Geschwindigkeit innerorts
- Außerorts: warum es milder wird
- Punkte und Fahrverbot – ab wann?
- Toleranzabzug: was wirklich zählt
- Häufige Fragen
Bußgeldkatalog Geschwindigkeit innerorts
Innerorts schaut der Gesetzgeber besonders genau hin, weil hier Fußgänger, Radfahrer und Kinder unterwegs sind. Deshalb ist der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit in der Stadt spürbar strenger als auf der Landstraße oder Autobahn. Ein paar Beispiele als Richtwerte 2026 für Pkw:
- bis 10 km/h zu schnell: 30 €
- 11 bis 15 km/h: 50 €
- 16 bis 20 km/h: 70 €
- 21 bis 25 km/h: 115 € plus 1 Punkt in Flensburg
- 26 bis 30 km/h: 180 € plus 1 Punkt und unter Umständen ein Fahrverbot
- ab 31 km/h: in der Regel Punkt und Fahrverbot
Du siehst: Zwischen einem kleinen Patzer und einer teuren Sache liegen manchmal nur wenige km/h. Wer in der 30er-Zone mit 61 unterwegs ist, riskiert schon einen Monat ohne Führerschein. Besonders tückisch sind Tempo-30-Bereiche vor Schulen und Kindergärten, die oft nur zu bestimmten Uhrzeiten gelten – ein kurzer Blick auf das Zusatzschild spart hier viel Ärger.
Ein häufiges Missverständnis: Viele glauben, ein Verwarngeld unter 60 € tauche nirgends auf. Das stimmt zwar für die Punkte in Flensburg, doch bezahlen musst du trotzdem. Und wer das Verwarngeld ignoriert, bekommt einen Bußgeldbescheid mit zusätzlichen Gebühren obendrauf. Es lohnt sich also, auch kleine Beträge zügig zu begleichen.

Außerorts: warum es milder wird
Außerorts fallen die Sätze etwas niedriger aus. Der Grund ist einfach: Auf freier Strecke ist das Risiko für schwache Verkehrsteilnehmer geringer als mitten in der Stadt. Ein Beispiel: Wer außerorts 21 bis 25 km/h zu schnell fährt, zahlt meist etwas weniger als die 115 € innerorts – trotzdem kommt auch hier ab einer gewissen Schwelle ein Punkt dazu.
Wichtig ist die Faustregel: innerorts strenger, außerorts etwas milder. Das Fahrverbot greift außerorts erst später, nämlich in der Regel ab 41 km/h Überschreitung statt ab 31 km/h wie in der Stadt. Wer viel auf Landstraßen unterwegs ist, sollte sich davon aber nicht in falscher Sicherheit wiegen lassen – ein Punkt bleibt drei Jahre stehen.
Punkte und Fahrverbot – ab wann?
Punkte in Flensburg gibt es beim Tempo ab einer Überschreitung von 21 km/h. Ab hier wird aus einem reinen Verwarngeld ein echtes Bußgeld mit Eintrag im Fahreignungsregister. Ein Fahrverbot – meist ein Monat – droht innerorts ab 31 km/h und außerorts ab 41 km/h zu viel.
Es gibt außerdem eine Wiederholungsregel: Wer innerhalb eines Jahres zweimal mit mindestens 26 km/h zu viel erwischt wird, gilt als sogenannter Wiederholungstäter und muss ebenfalls mit einem Fahrverbot rechnen. Wenn sich Punkte ansammeln, lohnt ein Blick darauf, wie du sie wieder loswirst – dazu haben wir den Ratgeber Punkte in Flensburg abbauen geschrieben.
Tempo ist übrigens nicht der einzige teure Klassiker. Auch das Handy am Steuer und das Überfahren einer roten Ampel bringen Punkte und empfindliche Bußgelder mit sich.
Toleranzabzug: was wirklich zählt
Bevor du dich über den Messwert ärgerst: Die Behörde zieht immer eine Toleranz ab, weil kein Messgerät perfekt ist. Als Richtwert gilt bei Tempo bis 100 km/h ein Abzug von rund 3 km/h, darüber sind es etwa 3 Prozent des gemessenen Werts. Wenn dich der Blitzer also mit 84 km/h innerorts erwischt, wird meist mit 81 km/h gerechnet.
Das klingt nach wenig, kann aber entscheidend sein – nämlich genau dann, wenn du knapp an der Grenze zum nächsten Bußgeld-Sprung liegst. Ein Wert von 80 statt 81 km/h kann den Unterschied zwischen Punkt und kein Punkt bedeuten. Der Bescheid muss außerdem das verwendete Messverfahren nennen; fehlt das oder gibt es Zweifel an der Eichung, lohnt sich ein genauer Blick.
Wenn du einen Bescheid für falsch hältst, hast du in der Regel zwei Wochen Zeit für einen Einspruch. Sinnvoll ist das vor allem bei Formfehlern, fehlerhaften Messungen oder wenn du gar nicht selbst gefahren bist. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom Einzelfall ab – und genau hier ist eine echte Rechtsberatung durch einen Anwalt oder deinen Automobilclub das Richtige, nicht ein Ratgeber wie dieser.
Häufige Fragen
Ab wie viel km/h zu schnell gibt es ein Fahrverbot?
Innerorts droht ein Fahrverbot in der Regel ab 31 km/h Überschreitung, außerorts ab 41 km/h. Hinzu kommt die Wiederholungsregel bei zweimal mindestens 26 km/h zu viel innerhalb eines Jahres.
Wie viel kostet 10 km/h zu schnell?
Innerorts sind das als Richtwert 2026 rund 30 € Verwarngeld, ohne Punkt. Außerorts fällt der Betrag noch etwas geringer aus.
Wie viel Toleranz wird abgezogen?
Üblich sind etwa 3 km/h bei Tempo bis 100 km/h und rund 3 Prozent darüber. Der Abzug erfolgt automatisch, bevor das Bußgeld berechnet wird.
Kurz zusammengefasst
Der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit macht 2026 vor allem eines klar: Innerorts wird es schnell teuer, und ab 31 km/h zu viel steht der Führerschein auf dem Spiel. Wer die Sätze im Kopf hat – 30 €, 50 €, 115 € und die Punktgrenze bei 21 km/h – fährt entspannter und spart bares Geld. Im Zweifel gilt: lieber einmal öfter aufs Tacho schauen als den Bescheid.