In der Probezeit geblitzt: Folgen und Kosten 2026

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Wer in der Probezeit geblitzt wird, muss nicht gleich in Panik verfallen: Ein kleiner Blitzer bleibt oft folgenlos für die Probezeit selbst. Kritisch wird es erst ab 21 km/h zu viel – dann liegt in der Regel ein sogenannter A-Verstoß vor, der die Probezeit von 2 auf 4 Jahre verlängert und ein kostenpflichtiges Aufbauseminar (ASF) nach sich zieht. Dazu kommen Bußgeld und meist Punkte. Hier bekommst du alle Grenzwerte, Kosten und Folgen als Richtwerte 2026 kompakt erklärt.

Inhalt

Ab wann wird es in der Probezeit ernst?

Die Probezeit dauert normalerweise 2 Jahre. In dieser Zeit gelten die gleichen Tempolimits wie für alle anderen – entscheidend ist aber, wie stark du sie überschreitest. Die Faustregel: Bis 20 km/h zu schnell handelt es sich um einen leichteren Verstoß, der die Probezeit meist nicht berührt. Wer dagegen in der Probezeit geblitzt wird und mehr als 20 km/h zu schnell war, begeht in der Regel einen A-Verstoß. Und genau dieser A-Verstoß ist der Wendepunkt.

Der Grund: Verkehrsverstöße werden für Fahranfänger in A- und B-Verstöße eingeteilt. A-Verstöße sind die schwerwiegenden, dazu zählt die Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h. Schon ein einziger A-Verstoß löst die probezeitrechtlichen Maßnahmen aus. B-Verstöße sind leichter, hier braucht es erst zwei davon, damit etwas passiert.

in der probezeit geblitzt – Übersicht Richtwerte 2026
In der Probezeit geblitzt: die wichtigsten Richtwerte 2026 auf einen Blick.

Folgen: A-Verstoß, Aufbauseminar und verlängerte Probezeit

Wirst du mit mehr als 20 km/h zu viel in der Probezeit geblitzt, passieren zwei Dinge parallel. Erstens: Die Probezeit wird von 2 auf 4 Jahre verlängert. Zweitens: Du bekommst von der Fahrerlaubnisbehörde die Anordnung, an einem Aufbauseminar (ASF) teilzunehmen. Dieses Seminar ist verpflichtend – ignorierst du es, droht am Ende der Entzug der Fahrerlaubnis.

Das Aufbauseminar besteht aus mehreren Sitzungen bei einer Fahrschule und kostet dich je nach Anbieter meist zwischen 200 und 400 Euro. Es geht dort weniger um Fahrpraxis als um das Reflektieren des eigenen Fahrverhaltens. Die Verlängerung der Probezeit auf insgesamt 4 Jahre bedeutet: In dieser Zeit gelten weiter die strengen Anfängerregeln, ein erneuter A-Verstoß wiegt dann noch schwerer.

Neben der Probezeit-Folge greift parallel der normale Bußgeldkatalog. Das heißt, die Strafe für das Tempovergehen selbst läuft zusätzlich – unabhängig davon, dass du Fahranfänger bist. Wie genau eine Geschwindigkeitsüberschreitung bestraft wird, hängt vom gemessenen Tempo ab.

Kosten und Punkte im Überblick

Rechnen wir konkret. Für das Tempovergehen selbst reicht die Spanne von 60 Euro bei einer moderaten Überschreitung bis zu 700 Euro bei extremen Fällen. Dazu kommen in Flensburg 1 bis 2 Punkte, je nach Höhe der Überschreitung. Ab rund 26 km/h zu viel innerorts ist zusätzlich ein Fahrverbot möglich.

Ein Beispiel: Wer innerorts mit 21 bis 25 km/h zu viel geblitzt wird, zahlt als Richtwert 2026 rund 115 Euro und bekommt 1 Punkt. Bei deutlich höheren Werten steigt das Bußgeld Richtung 700 Euro, es kommen 2 Punkte hinzu und ein Fahrverbot von einem Monat ist dann die Regel. Die Kosten für das Aufbauseminar von 200 bis 400 Euro sind in diesen Bußgeldern noch nicht enthalten – die kommen bei einem A-Verstoß obendrauf.

Kurz zusammengefasst als Richtwerte 2026: Bußgeld ab 60 Euro bis 700 Euro, 1 bis 2 Punkte in Flensburg, bei einem A-Verstoß zusätzlich Verlängerung der Probezeit von 2 auf 4 Jahre plus verpflichtendes Aufbauseminar (ASF). Diese Angaben sind Richtwerte und ersetzen keine Rechtsberatung.

Innerorts oder außerorts geblitzt – ein Unterschied?

Ja, und zwar ein großer. Innerorts sind die Strafen höher als außerorts, weil das Risiko für Fußgänger und Radfahrer größer ist. Die Grenze für den A-Verstoß liegt aber in beiden Fällen bei mehr als 20 km/h über dem Limit. Ob du also auf einer Landstraße oder mitten in der Stadt in der Probezeit geblitzt wirst: Sobald du 21 km/h zu schnell warst, greifen die Probezeit-Maßnahmen.

Und wenn ich nur knapp drüber war?

Bis 20 km/h zu viel bleibt es beim reinen Bußgeld, teils schon ab 20 Euro, ohne Punkt und ohne Folgen für die Probezeit. Ein solcher B-Verstoß wird erst dann relevant, wenn ein zweiter dazukommt. Trotzdem gilt: Jeder Blitzer wird registriert, also lohnt sich Zurückhaltung gerade in den ersten Jahren.

Was du nach dem Blitzer tun solltest

Warte zunächst den Anhörungsbogen ab, der dir per Post zugestellt wird. Prüfe die Angaben zu Ort, Zeit und Tempo genau. Bist du sicher, dass du gefahren bist und die Messung korrekt wirkt, kannst du das Bußgeld zahlen. Bei Zweifeln an der Messung oder bei einem drohenden Fahrverbot kann sich ein Blick eines Fachanwalts für Verkehrsrecht lohnen – das ist aber eine individuelle Entscheidung.

Kommt die Anordnung zum Aufbauseminar, melde dich zügig bei einer Fahrschule an. Die Frist einzuhalten ist wichtig, weil sonst die Fahrerlaubnis auf dem Spiel steht. Und falls im Zuge des Verfahrens der Führerschein tatsächlich weg ist: Wie du an einen neuen kommst, erfährst du in unserem Ratgeber Führerschein verloren – was tun.

Häufige Fragen (FAQ)

Verlängert sich die Probezeit bei jedem Blitzer?

Nein. Nur ein A-Verstoß verlängert die Probezeit von 2 auf 4 Jahre. Beim Tempo bedeutet das: mehr als 20 km/h zu schnell. Wer mit bis zu 20 km/h zu viel geblitzt wird, muss keine Verlängerung fürchten.

Wie viel kostet mich ein Blitzer in der Probezeit?

Das reine Bußgeld liegt als Richtwert 2026 zwischen 60 und 700 Euro, dazu 1 bis 2 Punkte in Flensburg. Bei einem A-Verstoß kommt das Aufbauseminar (ASF) mit meist 200 bis 400 Euro obendrauf.

Muss ich das Aufbauseminar wirklich machen?

Ja, wenn es angeordnet wurde. Das Aufbauseminar (ASF) ist verpflichtend. Nimmst du nicht teil, entzieht die Behörde am Ende die Fahrerlaubnis. Ein freiwilliger Verzicht ist also keine Option.

Unterm Strich: Ein Blitzer in der Probezeit ist nur dann wirklich teuer und lästig, wenn du mehr als 20 km/h zu schnell warst. Dann drohen ein A-Verstoß, die Verlängerung von 2 auf 4 Jahren und das Aufbauseminar. Wer die Grenzwerte kennt und in den ersten Jahren bewusst entspannt fährt, spart sich Geld, Punkte und Ärger. Dieser Beitrag liefert Richtwerte 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung.