Eine Geschwindigkeitsüberschreitung zieht 2026 in Deutschland je nach Tempo und Ort eine gestaffelte Strafe nach sich: Bei bis zu 10 km/h zu viel bleibt es bei einem kleinen Verwarnungsgeld von 30 – 40 €, ab 21 km/h kommen Punkte hinzu, und ab 31 km/h innerorts droht ein Fahrverbot. Wie viel du am Ende zahlst, hängt vor allem davon ab, um wie viele km/h du zu schnell warst und ob du innerorts oder außerorts geblitzt wurdest.
Inhalt
- Wovon hängt die Strafe ab?
- Bußgeld-Tabelle: Was kostet zu schnelles Fahren?
- Ab wann gibt es Punkte und Fahrverbot?
- Innerorts oder außerorts: der Unterschied
- Bußgeldbescheid bekommen – was jetzt?
- Häufige Fragen
Geschwindigkeitsüberschreitung: Wovon hängt die Strafe ab?
Die Höhe der Strafe für eine Geschwindigkeitsüberschreitung ist im bundesweiten Bußgeldkatalog geregelt und richtet sich nach zwei Faktoren: Wie stark hast du das Tempolimit überschritten, und wo? Ein paar Stundenkilometer zu viel auf der Landstraße kosten dich nur ein geringes Verwarnungsgeld. Wer dagegen in einer Tempo-30-Zone vor einer Schule deutlich zu schnell fährt, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen.
Wichtig zu wissen: Von deiner gemessenen Geschwindigkeit wird zuerst eine Toleranz abgezogen. Bis 100 km/h sind das in der Regel 3 km/h, darüber 3 Prozent der Messung. Erst der bereinigte Wert entscheidet, in welche Stufe des Katalogs du fällst. Wer also mit 55 km/h in der 50er-Zone gemessen wird, landet nach Toleranzabzug meist noch im günstigen Bereich.
Bußgeld-Tabelle: Was kostet zu schnelles Fahren?
Die folgenden Beträge sind Richtwerte 2026 für Pkw ohne Anhänger. Für eine kleine Geschwindigkeitsüberschreitung von bis zu 10 km/h zu viel zahlst du innerorts 30 – 40 €. Das ist ein reines Verwarnungsgeld ohne Punkte und ohne Eintrag im Fahreignungsregister. Zwischen 11 und 20 km/h steigt der Betrag moderat an.
Richtig teuer wird es ab der nächsten Stufe: Für 21 – 30 km/h zu viel innerorts werden 115 – 180 € fällig. Genau ab diesem Bereich beginnt auch der Punkte-Eintrag in Flensburg. Im schlimmsten Fall – bei extremen Verstößen von mehr als 70 km/h zu viel innerorts – erreichst du die Höchststrafe von 800 € + 3 Monate Fahrverbot.

Kleiner Praxis-Tipp: Diese Sätze gelten pro Verstoß. Bei Wiederholung innerhalb eines Jahres kann sich die Sache verschärfen, weil dann schon ein einmonatiges Fahrverbot als sogenannte beharrliche Pflichtverletzung drohen kann – selbst wenn der einzelne Verstoß dafür eigentlich nicht ausreicht.
Ab wann gibt es Punkte und Fahrverbot?
Punkte in Flensburg gibt es nicht für jede Geschwindigkeitsüberschreitung. Die Grenze liegt bei 21 km/h zu viel: Ab hier notiert das Fahreignungsregister 1 – 2 Punkte, je nach Höhe des Verstoßes. Ein Punkt bedeutet noch keine unmittelbare Gefahr für den Führerschein, aber acht Punkte führen zum Entzug der Fahrerlaubnis.
Das gefürchtete Fahrverbot kommt ab einer klaren Schwelle: 31 km/h innerorts reichen bereits für einen Monat ohne Auto. Außerorts liegt die Grenze bei 41 km/h. Wer diese Marke knackt, muss den Lappen in der Regel für mindestens einen Monat abgeben. Was in dieser Zeit erlaubt ist und wann die Frist läuft, erklärt unser Ratgeber zum 1 Monat Fahrverbot im Detail.
Besondere Regeln in der Probezeit
Bist du Fahranfänger, gelten strengere Maßstäbe. Schon eine Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h zählt als sogenannter A-Verstoß und verlängert die Probezeit auf vier Jahre – zusätzlich zum Aufbauseminar. Wie das genau abläuft, liest du unter in der Probezeit geblitzt.
Innerorts oder außerorts: Warum der Unterschied zählt
Der Ort der Messung verändert die Strafe erheblich. Der Gesetzgeber bewertet Tempoverstöße innerorts strenger, weil dort mehr Fußgänger, Radfahrer und Kinder unterwegs sind. Deshalb liegen die Bußgelder für dieselbe km/h-Überschreitung innerorts durchweg höher als außerorts, und auch das Fahrverbot greift innerorts früher.
Ein Beispiel macht das deutlich: 35 km/h zu viel bedeuten innerorts bereits ein Fahrverbot, weil du über der 31-km/h-Grenze liegst. Dieselben 35 km/h außerorts bleiben dagegen knapp unter der 41-km/h-Schwelle und kosten „nur“ Bußgeld und Punkte. Diese Logik gilt übrigens nicht nur beim Tempo – auch andere Verstöße wie rechts überholen werden je nach Situation unterschiedlich geahndet.
Bußgeldbescheid bekommen – was jetzt?
Kommt der Bescheid ins Haus, hast du 14 Tage Zeit, um Einspruch einzulegen. In vielen Fällen lohnt ein prüfender Blick: Stimmen die Fahrerdaten, ist das Foto eindeutig, wurde das Messgerät korrekt geeicht? Formfehler und Messfehler kommen häufiger vor, als man denkt, und können ein Verfahren kippen.
Trotzdem gilt: Nicht jeder Einspruch ist sinnvoll. Bei einem sauberen Verwarnungsgeld von 30 – 40 € lohnt der Aufwand selten. Geht es dagegen um ein Fahrverbot oder um die Höchststrafe von 800 € + 3 Monate, kann sich professionelle Hilfe rechnen. Ob und wann sich ein Einspruch tatsächlich auszahlt, hängt immer vom Einzelfall ab.
Häufige Fragen zur Geschwindigkeitsüberschreitung
Wie viel Toleranz wird beim Blitzen abgezogen?
Bis 100 km/h werden in der Regel 3 km/h von der Messung abgezogen, darüber 3 Prozent. Der bereinigte Wert entscheidet über die Strafe. Bei 54 km/h in der 50er-Zone landest du nach Abzug also bei 51 km/h – und damit noch in der günstigsten Stufe.
Ab wie viel km/h droht ein Fahrverbot?
Ein Fahrverbot droht ab 31 km/h innerorts und ab 41 km/h außerorts. Darunter bleibt es bei Bußgeld und gegebenenfalls Punkten. Ein Fahrverbot dauert je nach Verstoß einen bis drei Monate.
Verjährt eine Geschwindigkeitsüberschreitung?
Ja. Die Verfolgungsverjährung beträgt bei Tempoverstößen grundsätzlich drei Monate. Erhältst du in dieser Zeit keinen Anhörungsbogen oder Bescheid, ist die Sache in der Regel vom Tisch – Ausnahmen und Unterbrechungen der Frist sind aber möglich.
Kurz zusammengefasst
Die Geschwindigkeitsüberschreitung und ihre Strafe folgen einer klaren Staffel: harmlos bei bis zu 10 km/h (30 – 40 €), spürbar ab 21 km/h mit 115 – 180 € und 1 – 2 Punkten, ernst ab 31 km/h innerorts mit Fahrverbot. Wer das Tempolimit im Blick behält, spart sich Geld, Punkte und viel Ärger. Alle Angaben sind Richtwerte 2026 und ersetzen keine Rechtsberatung.