
Der MG4 ist eines der günstigsten Kompakt-Elektroautos mit Heckantrieb (ab rund 35.000 Euro). Je nach Batterie (51 oder 64 kWh) sind 350 bis 520 km WLTP-Reichweite drin – ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit greift der Kompakte aus chinesischer Produktion Platzhirsche wie VW ID.3 oder Cupra Born direkt an – und zwar mit einem Preis, der viele Konkurrenten alt aussehen lässt.
Doch günstig heißt nicht automatisch gut. Wir haben den MG4 unter die Lupe genommen und schauen ehrlich hin: Wo überzeugt der Stromer im Alltag, wo muss man Abstriche machen? In diesem Test klären wir Reichweite, Ladeverhalten, Fahrspaß, Platzangebot und die Frage, für wen sich der MG4 wirklich lohnt.
Technische Daten & Preis
Der MG4 tritt als klassisches Kompaktheck an – rund 4,29 Meter lang, mit Heckantrieb und einer relativ flachen Batterie im Fahrzeugboden. Das sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und eine ausgewogene Gewichtsverteilung, was man später beim Fahren deutlich merkt. Angeboten wird er in mehreren Varianten: Der Einstieg erfolgt mit der 51-kWh-Batterie und 170 PS, die stärkeren Modelle nutzen die 64-kWh-Batterie und leisten bis zu 245 PS.

| Daten | Wert |
|---|---|
| Reichweite (WLTP) | 350 – 520 km |
| Leistung | 170 – 245 PS |
| Batterie | 51 / 64 kWh |
| Laden (DC) | bis 135 kW |
| Preis (neu) | ab ca. 35.000 € |
Die Preisgestaltung ist das schlagende Argument: Für ein Elektroauto mit dieser Reichweite und Leistung ruft MG einen Einstiegspreis auf, der sonst eher bei Kleinstwagen üblich ist. Alle Angaben sind allerdings Richtwerte je nach Variante, Ausstattung und tagesaktuellen Aktionen der Händler.
Reichweite & Laden
Bei der Reichweite deckt der MG4 eine große Spanne ab. Die kleine 51-kWh-Batterie schafft rund 350 km nach WLTP, was für Pendler und den Stadtverkehr völlig ausreicht. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, greift zur 64-kWh-Variante mit bis zu 520 km WLTP. In der Praxis sollte man – wie bei jedem Stromer – je nach Tempo, Temperatur und Fahrstil einen realistischen Abschlag einplanen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Elektroauto-Reichweite.
Am Schnelllader zieht der MG4 mit bis zu 135 kW Strom. Das ist kein Spitzenwert, reicht aber, um die Batterie unter guten Bedingungen in gut einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent zu füllen. Solide, aber kein Rekordhalter – hier trennt sich der günstige Kompakte von deutlich teureren Modellen. Für den Alltag mit gelegentlichen Langstrecken ist die Ladeleistung dennoch völlig ausreichend.
Fahren & Platzangebot
Hier spielt der MG4 seine größte Stärke aus. Dank Heckantrieb, niedrigem Schwerpunkt und einem erstaunlich gut abgestimmten Fahrwerk fährt sich der Kompakte agil und deutlich erwachsener, als es der Preis vermuten lässt. Die Lenkung ist direkt, das Auto liegt satt auf der Straße und macht auf kurvigen Landstraßen echten Spaß. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.
Das Platzangebot geht in Ordnung: Vorn sitzt man bequem, hinten reicht der Knieraum für Erwachsene auf Mittelstrecken. Der Kofferraum fasst rund 350 Liter – ein durchschnittlicher, aber praxistauglicher Wert für die Klasse. Weniger überzeugend ist das Infotainment: Die Software wirkt einfach, die Menüführung ist teils umständlich, und wichtige Funktionen sind tief in Untermenüs versteckt. Wer von einem VW oder einem gut integrierten System kommt, muss sich umgewöhnen.
Stärken und Schwächen
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Unterm Strich überwiegen beim MG4 klar die Stärken, doch ein paar Schwächen sollte man kennen.
Pro:
- Sehr attraktiver Einstiegspreis ab rund 35.000 Euro
- Agiles, gut abgestimmtes Fahrwerk mit Heckantrieb
- Große Reichweiten-Spanne bis 520 km WLTP
- Ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis
Contra:
- Einfaches Infotainment mit umständlicher Software
- Ladeleistung mit 135 kW nur solide, kein Spitzenwert
- Materialanmutung im Innenraum stellenweise günstig
- Assistenzsysteme regeln teils etwas nervös
Für wen lohnt sich der MG4
Der MG4 ist die richtige Wahl für alle, die viel Elektroauto fürs Geld wollen und beim Infotainment Kompromisse eingehen können. Pendler, Familien mit kleinerem Budget und Fahrer, die Wert auf ein gutes Fahrwerk legen, werden hier glücklich. Wer dagegen ein perfekt integriertes Bediensystem oder Premium-Materialien erwartet, sollte mehr Budget einplanen.
Im Vergleich zum noch günstigeren Einstieg lohnt ein Blick auf den Dacia Spring im Test – dieser ist deutlich kleiner und schwächer. Weitere Fahrberichte finden Sie in unserer Rubrik Tests. Unser Fazit: Der MG4 ist einer der vernünftigsten Elektro-Kompakten am Markt. Er glänzt beim Fahren und beim Preis, patzt beim Infotainment – aber genau dieser ehrliche Deal macht ihn so empfehlenswert.
Häufige Fragen
Wie viel kostet der MG4?
Der MG4 startet neu bei rund 35.000 Euro. Der genaue Preis hängt von Batteriegröße, Motorisierung und Ausstattung ab – die Angaben sind Richtwerte je nach Variante.
Welche Reichweite hat der MG4?
Je nach Batterie (51 oder 64 kWh) liegt die WLTP-Reichweite zwischen 350 und 520 km. In der Praxis fällt der Wert je nach Tempo und Temperatur etwas geringer aus.
Wie schnell lädt der MG4?
Am DC-Schnelllader lädt der MG4 mit bis zu 135 kW. Damit ist die Batterie unter guten Bedingungen in gut einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent gefüllt.
Ist der MG4 ein gutes Auto?
Ja, für den Preis bietet der MG4 viel: ein agiles Fahrwerk, ordentliche Reichweite und Heckantrieb. Schwächen sind das einfache Infotainment und die durchschnittliche Ladeleistung.