
Der Dacia Spring ist eines der günstigsten Elektroautos in Deutschland (ab rund 17.000 Euro). Mit ca. 220 km WLTP-Reichweite (real eher 150–180 km) und wahlweise 45 bzw. 65 PS ist der kleine Franzose ganz klar als kompaktes Stadt- und Zweitauto konzipiert – und eben nicht für die Langstrecke. Wer das verinnerlicht, bekommt hier ein erstaunlich ehrliches Angebot: elektrisch fahren zum Preis eines gut ausgestatteten Verbrenner-Kleinwagens.
Wir haben den Dacia Spring über mehrere Wochen im Alltag bewegt – im Berufsverkehr, beim Wocheneinkauf und auf der einen oder anderen Überlandfahrt. In diesem Test klären wir, was das günstigste E-Auto im Alltag wirklich taugt, wo es glänzt und wo Dacia konsequent den Rotstift angesetzt hat. Alle Angaben sind Richtwerte, je nach Modelljahr und Ausstattung.
Inhaltsverzeichnis
Technische Daten & Preis
Der Dacia Spring bleibt seinem Prinzip treu: maximaler Nutzwert zum minimalen Preis. Angetrieben wird er von einem Elektromotor mit wahlweise 45 PS (Essential) oder 65 PS (Extreme), gespeist aus einer 26,8-kWh-Batterie. Das reicht für eine WLTP-Reichweite von rund 220 Kilometern. Mit einem Leergewicht von nur etwa 984 Kilogramm gehört der Spring zu den leichtesten E-Autos überhaupt – und das merkt man ihm im Stadtverkehr durchaus positiv an.

| Daten | Wert |
|---|---|
| Reichweite (WLTP) | ca. 220 km |
| Leistung | 45 / 65 PS |
| Batterie | 26,8 kWh |
| Ladezeit (AC) | ca. 4–5 h |
| Preis (neu) | ab ca. 17.000 € |
Richtwerte, je nach Modelljahr und Ausstattung. Der Einstiegspreis von rund 17.000 Euro macht den Spring zum Preisbrecher – kaum ein anderes vollwertiges Elektroauto ist neu günstiger zu haben.
Reichweite & Laden im Alltag
Auf dem Papier stehen ca. 220 km nach WLTP. In der Praxis sollte man realistischer mit 150 bis 180 Kilometern rechnen – bei winterlichen Temperaturen und laufender Heizung auch mal weniger. Für den städtischen Alltag reicht das in aller Regel locker: Wer täglich 30 bis 50 Kilometer pendelt, lädt den Spring nur ein- bis zweimal pro Woche. Mehr zum Thema realer Verbrauch lesen Sie in unserem Ratgeber zur Elektroauto-Reichweite.
Beim Laden zeigt sich die günstige Herkunft am deutlichsten. An der heimischen Wallbox oder einer AC-Ladesäule ist der Akku in rund 4 bis 5 Stunden gefüllt – völlig ausreichend fürs Laden über Nacht. Das optionale DC-Laden fällt mit maximal etwa 30 kW hingegen langsam aus: Von 20 auf 80 Prozent vergehen fast eine Stunde. Für die Langstrecke ist das ein echter Bremsklotz, im Alltag mit heimischem Stromanschluss dagegen kaum relevant. Wer über eine eigene Lademöglichkeit nachdenkt, findet in unserem Beitrag zu den Wallbox-Kosten die passenden Zahlen.
Fahren & Platzangebot
Dank des geringen Gewichts wirkt der Spring im Stadtverkehr agiler, als es die nüchternen PS-Zahlen vermuten lassen. Der Elektromotor liefert sein Drehmoment sofort, sodass der Kleine an der Ampel flott loszieht. Auf der Landstraße geht ihm ab etwa 80 km/h aber sichtbar die Puste aus, und bei Autobahntempo (maximal rund 125 km/h) wird es laut und zäh. Das ist verschmerzbar, denn dafür ist der Spring schlicht nicht gemacht.
Im Innenraum dominieren einfache, hartschalige Materialien – hier wurde konsequent gespart. Verarbeitung und Anmutung bleiben funktional, nicht wertig. Vorn sitzt man überraschend luftig, die zweite Reihe eignet sich eher für kurze Strecken oder Kinder. Der Kofferraum fasst rund 270 Liter und schluckt den Wocheneinkauf problemlos. Übersichtlichkeit und kleiner Wendekreis machen den Spring in der Stadt zum echten Freund.
Stärken und Schwächen
Nach mehreren Wochen im Test lässt sich der Charakter des Dacia Spring klar zusammenfassen. Er ist kein Auto der Kompromisslosigkeit, sondern eines der bewussten Prioritäten.
Pro:
- Unschlagbarer Einstiegspreis ab rund 17.000 Euro
- Sehr niedrige Unterhalts- und Wartungskosten
- Geringes Gewicht sorgt für Wendigkeit in der Stadt
- Für den Stadtverkehr völlig ausreichende Reichweite
Contra:
- Reale Reichweite deutlich unter WLTP-Angabe
- Langsames DC-Laden (rund 30 kW)
- Einfache Materialien und schlichte Verarbeitung
- Schwach auf Autobahn und Langstrecke
Für wen lohnt sich der Dacia Spring
Der Dacia Spring ist die ehrliche Antwort auf die Frage nach einem bezahlbaren Elektroauto. Er lohnt sich für alle, die ein günstiges Stadt- oder Zweitauto suchen: Pendler mit kurzen Wegen, Familien als Ergänzung zum großen Wagen oder Fahranfänger, die kostengünstig mobil sein wollen. Wer dagegen regelmäßig lange Strecken fährt oder auf hochwertige Materialien Wert legt, ist mit einem größeren E-Auto besser bedient.
Unterm Strich überzeugt der Spring genau dort, wo er antritt – als preiswerter, sparsamer Stadtstromer mit niedrigen Betriebskosten. Man muss wissen, worauf man sich einlässt, dann bietet kaum ein anderes E-Auto so viel elektrische Mobilität fürs Geld. Weitere Fahrzeugtests finden Sie in unserer Rubrik Tests.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die reale Reichweite des Dacia Spring?
Offiziell nennt Dacia ca. 220 km nach WLTP. Im Alltag sind realistisch eher 150 bis 180 Kilometer möglich, im Winter mit Heizung entsprechend weniger. Für den Stadtverkehr reicht das in der Regel problemlos aus.
Was kostet der Dacia Spring neu?
Der Einstiegspreis liegt bei rund 17.000 Euro und macht den Spring zu einem der günstigsten Elektroautos in Deutschland. Der genaue Preis hängt von Modelljahr und Ausstattung ab.
Wie lange dauert das Laden des Dacia Spring?
An einer AC-Ladesäule oder Wallbox ist der 26,8-kWh-Akku in etwa 4 bis 5 Stunden voll – ideal fürs Laden über Nacht. Das optionale DC-Schnellladen fällt mit rund 30 kW eher langsam aus.
Ist der Dacia Spring für die Langstrecke geeignet?
Nein. Aufgrund der begrenzten realen Reichweite, des langsamen Schnellladens und der schwachen Autobahnleistung ist der Spring als Stadt- und Zweitauto konzipiert, nicht für lange Reisen.