Der Elektroauto-Stromverbrauch liegt im Alltag meist bei ca. 15 bis 22 kWh je 100 Kilometer – kleinere Modelle brauchen weniger, große SUV deutlich mehr. Rechne dazu noch rund 10 bis 15 Prozent Ladeverlust, dann landest du bei Kosten von grob 4 bis 9 Euro pro 100 km, wenn du zuhause für etwa 30 ct/kWh lädst. Das sind Richtwerte 2026 für Deutschland, an denen du dich gut orientieren kannst.
Inhalt
- Wie viel Strom ein E-Auto wirklich verbraucht
- Stromverbrauch nach Fahrzeugklasse
- Ladeverluste: der versteckte Aufschlag
- Was kostet der Strom pro 100 km?
- Warum WLTP und Realverbrauch auseinandergehen
- Häufige Fragen
Wie hoch ist der Elektroauto-Stromverbrauch wirklich?
Der reale Elektroauto-Stromverbrauch bewegt sich im Schnitt zwischen ca. 15 und 22 kWh pro 100 km. Was das konkret bedeutet: Fährst du ein Kompaktmodell mit rund 17 kWh und legst 15.000 km im Jahr zurück, ziehst du etwa 2.550 kWh Strom aus der Leitung – vor Ladeverlusten. Der Verbrauch ist also gut kalkulierbar, sobald du dein Modell und deine Strecken kennst.
Die großen Hebel sind schnell genannt: Tempo, Heizung und Klimaanlage, Beladung, Reifen und die Topografie. Wer auf der Autobahn konstant 130 fährt, verbraucht spürbar mehr als jemand, der überwiegend Landstraße und Stadt fährt. Im Winter kommt noch einiges obendrauf, weil die Heizung Strom zieht und ein kalter Akku weniger effizient arbeitet. 20 bis 30 Prozent Mehrverbrauch bei Frost sind keine Seltenheit.

Elektroauto-Stromverbrauch nach Fahrzeugklasse
Die Fahrzeugklasse macht den größten Unterschied. Als grobe Richtwerte 2026 kannst du dir merken:
- Kleinwagen: ca. 13 bis 16 kWh/100 km – leicht, kleine Stirnfläche, sparsam.
- Kompaktklasse: ca. 15 bis 18 kWh/100 km – der typische Alltagsbereich.
- SUV und große Limousinen: ca. 18 bis 25 kWh/100 km – mehr Gewicht und Luftwiderstand.
Ein kompakter Stromer und ein schweres Elektro-SUV können sich im Verbrauch also fast verdoppeln. Das schlägt direkt auf die Reichweite deines Elektroautos durch: Bei gleicher Akkugröße kommt das sparsame Auto spürbar weiter. Wenn du viel Langstrecke fährst, lohnt sich der Blick auf den WLTP-Verbrauch im Datenblatt daher mehr als auf die reine PS-Zahl.
Ladeverluste: der versteckte Aufschlag
Ein Punkt, der beim Elektroauto-Stromverbrauch gern untergeht: Nicht jede kWh aus der Steckdose landet auch im Akku. Beim Laden entstehen Verluste, vor allem beim langsameren AC-Laden zuhause. Rechne mit ca. 10 bis 15 Prozent, die durch Wärme im Ladegerät, in der Bordelektronik und im Kabel verloren gehen.
Praktisch heißt das: Zeigt dein Bordcomputer 17 kWh Verbrauch an, zahlst du an der heimischen Wallbox eher für 19 bis 20 kWh. Wer den echten Kostenaufwand kennen will, sollte deshalb den Zählerstand der Wallbox nehmen, nicht die Anzeige im Auto. Gute Nachricht: An einer festen Wallbox mit passender Ladedauer sind die Verluste in der Regel geringer als an der normalen Haushaltssteckdose, wo das Auto langsam und ineffizient lädt.
Was kostet der Strom pro 100 km?
Jetzt die Frage, die am meisten interessiert: Was kostet dich das? Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 30 ct/kWh landest du zuhause grob bei 4 bis 9 Euro pro 100 km – je nach Fahrzeugklasse und Fahrweise. Ein sparsamer Kleinwagen mit 14 kWh kostet dich etwa 4,20 Euro, ein SUV mit 24 kWh eher 7 bis 8 Euro. Ladeverluste sind dabei schon grob mitgedacht.
Zum Vergleich: Ein Benziner mit 7 Litern auf 100 km liegt bei rund 1,75 Euro pro Liter schon bei etwa 12 Euro. Das Elektroauto fährt zuhause also klar günstiger. Anders sieht es am öffentlichen Schnelllader aus, wo der Preis pro kWh deutlich höher liegt und die 100 km schnell zweistellig werden. Wie sich die verschiedenen Tarife und Ladeorte auf den Preis auswirken, haben wir dir im Ratgeber zu den Kosten beim Laden eines Elektroautos im Detail aufgeschlüsselt.
Warum WLTP und Realverbrauch auseinandergehen
Im Datenblatt steht ein WLTP-Wert – und der ist oft optimistischer als das, was du im Alltag siehst. Das WLTP-Verfahren misst unter genormten Bedingungen: definierte Temperatur, festgelegtes Fahrprofil, keine hohe Autobahngeschwindigkeit über längere Zeit. Deine Realität mit Winterkälte, Tempo 130 und voll beladenem Kofferraum sieht anders aus.
Als Faustregel: Rechne auf den WLTP-Verbrauch im Schnitt 10 bis 20 Prozent drauf, dann bist du näher an der Praxis. Der WLTP-Wert ist trotzdem nützlich – er macht verschiedene Modelle vergleichbar. Nur als absolute Verbrauchsgarantie taugt er eben nicht. Wer ehrlich plant, nimmt den WLTP-Wert als Untergrenze und den oberen Richtwert seiner Klasse als realistische Obergrenze.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Elektroauto-Stromverbrauch im Winter?
Deutlich höher als im Sommer. Heizung und kalter Akku sorgen für rund 20 bis 30 Prozent Mehrverbrauch. Aus 17 kWh können bei Frost also schnell 21 bis 22 kWh werden. Vorheizen an der Steckdose, während das Auto noch am Kabel hängt, spart hier am meisten.
Wie viel kostet 100 km mit dem Elektroauto?
Zuhause bei etwa 30 ct/kWh grob 4 bis 9 Euro, je nach Fahrzeugklasse und Fahrweise. Am öffentlichen Schnelllader liegt der Preis pro kWh höher, dort kann sich der Betrag schnell verdoppeln.
Ist der angezeigte Verbrauch im Auto korrekt?
Er zeigt in der Regel den Verbrauch ab Akku, ohne Ladeverluste. Für die echten Kosten musst du ca. 10 bis 15 Prozent draufrechnen oder den Zählerstand deiner Wallbox nutzen.
Kurz gesagt
Der Elektroauto-Stromverbrauch ist gut planbar: real meist 15 bis 22 kWh je 100 km, plus 10 bis 15 Prozent Ladeverlust, macht zuhause rund 4 bis 9 Euro pro 100 km. Kennst du deine Fahrzeugklasse und deinen Strompreis, kannst du deine Kosten ziemlich genau ausrechnen – und im Winter einfach etwas Puffer einplanen.