Elektroauto laden: Kosten pro 100 km 2026

by

Zuhause laden kostet aktuell grob 8 bis 15 Euro pro 100 Kilometer – das ist der schnellste Weg, die Frage nach den Kosten fürs Elektroauto laden zu beantworten. Am öffentlichen Schnelllader wird es deutlich teurer, mit Photovoltaik oder einem günstigen Nachtstromtarif dagegen richtig billig. Wie sich diese Spanne zusammensetzt und wo du sparst, schauen wir uns hier in Ruhe an (Richtwerte 2026 für Deutschland).

Inhalt

Was kostet das Elektroauto laden pro 100 km?

Die Kosten fürs Elektroauto laden hängen an zwei Zahlen: dem Strompreis pro Kilowattstunde und dem Verbrauch deines Autos. Ein typisches E-Auto zieht 15 bis 20 kWh pro 100 km aus dem Akku. Rechnest du das mit einem Haushaltsstrompreis von rund 0,30 Euro pro kWh, landest du bei etwa 4,50 bis 6 Euro reinem Energiepreis – plus rund 10 Prozent Ladeverluste, die beim Laden immer mit anfallen und die du einkalkulieren solltest.

Warum steht dann in der Tabelle 8 bis 15 Euro? Weil die Spanne den realen Alltag abbildet: schwerere SUV-Modelle, Winter, Autobahntempo und teurere Tarife treiben den Verbrauch und den Preis nach oben. Als grober Merksatz für 2026 gilt: Zuhause laden kostet rund 8 bis 15 Euro pro 100 km, öffentlich schnell laden oft das Doppelte.

elektroauto laden kosten - Uebersicht Richtwerte 2026
Kosten fürs Elektroauto laden im Überblick – grobe Richtwerte 2026, je nach Tarif und Verbrauch.

Zuhause laden: die günstige Basis

Die meisten E-Auto-Fahrer laden zu Hause, und das aus gutem Grund: Der Haushaltsstrom ist mit etwa 0,30 Euro pro kWh in der Regel die günstigste Quelle, die einfach verfügbar ist. Eine feste Wandladestation macht das Ganze schneller und sicherer als die normale Haushaltssteckdose. Was so eine Installation kostet, haben wir dir im Ratgeber zu den Wallbox-Kosten aufgeschlüsselt.

Ein Punkt, der oft untergeht: Wie lange ein voller Ladevorgang dauert, hängt stark von der Ladeleistung ab. An einer 11-kW-Wallbox ist ein mittlerer Akku über Nacht locker voll. Details dazu findest du im Beitrag zur Elektroauto-Ladedauer. Fürs Budget ist die Dauer zweitrangig – entscheidend ist, dass du günstigen Strom nutzt, während das Auto ohnehin steht.

Öffentlich laden: AC und DC-Schnelllader

Unterwegs sieht die Rechnung anders aus. Öffentliche Ladepunkte kosten mehr, weil Betrieb, Standort und Abrechnung bezahlt werden müssen. Grob kannst du dich an diesen Werten orientieren:

  • AC-Laden (normal, z. B. Laternenparker): häufig 0,40 bis 0,55 Euro/kWh.
  • DC-Schnelllader (Autobahn, HPC): oft 0,50 bis 0,70 Euro/kWh und mehr, teils mit Blockiergebühr.

Bei 0,60 Euro/kWh und 18 kWh Verbrauch bist du schnell bei über 10 Euro pro 100 km – ohne Ladeverluste gerechnet. Schnellladen ist also praktisch für die Langstrecke, aber kein Sparmodell. Wer viel unterwegs lädt, sollte die Tarife der Anbieter vergleichen, denn zwischen Grundgebühr-Modellen und Ad-hoc-Preisen liegen oft 20 Cent pro kWh.

Reichweite realistisch einplanen

Wie oft du überhaupt schnellladen musst, hängt an der Reichweite. Die schwankt je nach Tempo und Temperatur deutlich – im Winter zieht die Heizung spürbar am Akku. Wie du die reale Reichweite einschätzt, erklären wir im Beitrag zur Elektroauto-Reichweite. Wer clever plant, lädt die teuren Kilowattstunden nur dann, wenn es wirklich sein muss.

So lädst du am günstigsten

Den größten Hebel bei den Kosten fürs Elektroauto laden hast du zu Hause. Zwei Wege stechen heraus:

  • PV-Überschuss: Lädst du mit dem Solarstrom vom eigenen Dach, kostet die Kilowattstunde nur einen Bruchteil des Netzstroms. Damit sinken die 8 bis 15 Euro pro 100 km deutlich.
  • Nacht- oder Autostromtarif: Spezielle Tarife für E-Autos oder günstige Nachtfenster senken den Arbeitspreis. In Kombination mit einer steuerbaren Wallbox holst du hier ordentlich raus.

Praktisch heißt das: Steck das Auto abends an, lass es im günstigen Zeitfenster laden, und nutze Sonnenstrom, wann immer er da ist. Vergiss dabei die rund 10 Prozent Ladeverluste nicht – sie tauchen auf deiner Stromrechnung auf, auch wenn sie im Akku nicht ankommen.

Rechenbeispiel und Vergleich zum Verbrenner

Nehmen wir ein Auto mit 17 kWh Verbrauch auf 100 km. Zuhause bei 0,30 Euro/kWh und 10 Prozent Ladeverlust zahlst du rund 5,60 Euro pro 100 km – also am unteren Ende der Spanne. Am DC-Lader mit 0,65 Euro/kWh sind es dagegen gut 12 Euro. Genau diese Streuung erklärt, warum der Richtwert so breit ist.

Zum Einordnen: Ein sparsamer Benziner mit 6 Litern auf 100 km kostet bei 1,80 Euro pro Liter rund 10,80 Euro pro 100 km. Wer überwiegend zu Hause lädt, fährt mit dem Stromer also klar günstiger; wer nur an teuren Schnellladern hängt, gleicht sich dem Verbrenner an. Der Unterschied liegt fast komplett in deiner Ladestrategie, nicht im Auto selbst.

Häufige Fragen

Was kostet eine volle Ladung Elektroauto?

Das hängt von der Akkugröße ab. Bei einem 60-kWh-Akku und 0,30 Euro/kWh sind es zu Hause rund 18 Euro für eine (fast) volle Ladung, inklusive Ladeverlusten etwas mehr. Am Schnelllader kann derselbe Akku leicht 35 Euro und mehr kosten.

Ist Zuhause laden wirklich immer günstiger?

In fast allen Fällen ja. Haushaltsstrom liegt um 0,30 Euro/kWh, öffentliche Lader oft bei 0,40 bis 0,70 Euro/kWh. Nur wenn du einen sehr teuren Stromtarif und Zugang zu einem günstigen Ladepunkt hättest, könnte es kippen – die Ausnahme.

Wie viel Prozent Ladeverlust muss ich einrechnen?

Als Faustregel rund 10 Prozent. Es fließt also etwas mehr Strom aus der Steckdose, als im Akku ankommt. Bei kalter Witterung und niedriger Ladeleistung kann der Verlust höher liegen.

Unterm Strich entscheidet nicht das Auto über deine Ladekosten, sondern wo und wann du lädst. Zu Hause mit normalem Strom bleibst du im Rahmen von 8 bis 15 Euro pro 100 km, mit PV oder Nachtstrom darunter, am Schnelllader darüber. Alle Angaben sind Richtwerte 2026 und schwanken mit Tarif, Verbrauch und Jahreszeit.