Ein H-Kennzeichen kostet in der Regel zwischen 140 und 280 Euro fuer die einmalige Umstellung: Das Oldtimer-Gutachten nach §23 StVZO liegt bei 80 bis 150 Euro, die Zulassung selbst bei 60 bis 130 Euro (Richtwerte 2026). Danach zahlst du eine pauschale Kfz-Steuer von 191 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist ein mindestens 30 Jahre altes Fahrzeug in gutem, weitgehend originalem Zustand.
Inhalt
- Was ist ein H-Kennzeichen?
- H-Kennzeichen: Kosten im Detail
- Voraussetzungen und Gutachten
- Diese Vorteile bringt das H-Kennzeichen
- Saisonkennzeichen mit H
- Haeufige Fragen
Was ist ein H-Kennzeichen?
Das H steht schlicht fuer „historisch“. Es ist ein amtliches Kennzeichen fuer Fahrzeuge, die als Oldtimer eingestuft sind – erkennbar am angehaengten Buchstaben H hinter der Erkennungsnummer. Anders als ein normales Kennzeichen ist es kein reines Nummernschild, sondern verbunden mit einem eigenen Steuer- und Statusmodell.
Der Gedanke dahinter: Historische Fahrzeuge sollen als bewegliches Kulturgut erhalten bleiben. Deshalb gibt es steuerliche Erleichterungen und einige praktische Ausnahmen. Wer sein altes Schaetzchen also nicht nur in der Garage stehen lassen, sondern auch fahren will, kommt am H-Kennzeichen kaum vorbei.
H-Kennzeichen: Kosten im Detail
Die Frage nach den H-Kennzeichen Kosten teilt sich in zwei Bloecke: die einmalige Umstellung und die laufenden Kosten. Bei der Umstellung fallen vor allem zwei Posten an.
Das §23-Gutachten kostet 80 bis 150 Euro. Ein Sachverstaendiger einer Prueforganisation wie TÜV, DEKRA oder GTÜ prueft, ob dein Fahrzeug den Oldtimer-Status verdient. Die Zulassung bei der Zulassungsstelle schlaegt mit 60 bis 130 Euro zu Buche – je nach Gemeinde und ob du gleichzeitig neue Schilder brauchst. Unterm Strich landest du bei rund 140 bis 280 Euro einmalig.

Bei den laufenden Kosten ist die Kfz-Steuer der grosse Vorteil. Sie ist pauschal und unabhaengig von Hubraum und Schadstoffklasse: 191 Euro pro Jahr fuer Pkw, 46 Euro pro Jahr fuer Kraftraeder (Richtwerte 2026). Fuer einen durstigen V8 oder einen alten Diesel ohne Katalysator ist das oft deutlich guenstiger als die regulaere Besteuerung. Dazu kommt die Versicherung, die als spezielle Oldtimer-Police mit Wertgutachten haeufig guenstiger ausfaellt als eine normale Kfz-Versicherung.
Voraussetzungen und Gutachten
Nicht jedes alte Auto bekommt automatisch ein H-Kennzeichen. Drei Bedingungen muessen zusammenkommen:
- Alter: Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein – gerechnet ab der Erstzulassung.
- Zustand: Es muss in einem guten, weitgehend originalen Zustand sein. Gepflegt, verkehrssicher und moeglichst nah am Auslieferungszustand.
- Gutachten: Ein positives §23-StVZO-Gutachten bestaetigt den Oldtimer-Status.
Wichtig ist das Wort „weitgehend original“. Zeitgenoessische Umbauten sind meist kein Problem, moderne Tuning-Teile oder ein nachtraeglich eingebauter Turbo dagegen schon. Kleinere Maengel wie Rost lassen sich vor der Pruefung beheben. Wer unsicher ist, holt sich vorab die Einschaetzung eines Sachverstaendigen – das spart im Zweifel eine erfolglose und trotzdem kostenpflichtige Begutachtung.
Uebrigens: Eine gueltige Hauptuntersuchung brauchst du weiterhin. Das H-Gutachten ersetzt die HU nicht, sondern kommt zusaetzlich dazu. Oft lassen sich beide Termine aber verbinden.
Diese Vorteile bringt das H-Kennzeichen
Warum sich der Aufwand lohnt? Neben dem ideellen Wert, ein Stueck Fahrzeuggeschichte offiziell auf der Strasse zu bewegen, gibt es handfeste Argumente:
- Planbare Steuer: Die pauschale Kfz-Steuer von 191 Euro pro Jahr ist unabhaengig von Hubraum und Abgaswerten. Bei grossvolumigen Motoren ist das ein spuerbarer Unterschied.
- Guenstige Versicherung: Spezielle Oldtimer-Tarife sind oft preiswert, weil die Fahrzeuge wenig bewegt und gepflegt werden.
- Umweltzonen: Mit H-Kennzeichen darfst du in Umweltzonen einfahren – auch ohne gruene Feinstaubplakette. Fuer alte Fahrzeuge, die sonst keine Plakette bekaemen, ein echter Pluspunkt.
Ein Rechenbeispiel macht es greifbar: Ein 1990er Mercedes mit grossem Sechszylinder wuerde regulaer schnell mehrere Hundert Euro Steuer im Jahr kosten. Mit H-Kennzeichen sind es pauschal 191 Euro. Die Ersparnis finanziert das Gutachten oft schon im ersten Jahr.
Saisonkennzeichen mit H
Du faehrst deinen Oldtimer nur bei schoenem Wetter? Dann ist die Kombination aus H- und Saisonkennzeichen interessant. Das ist ausdruecklich moeglich: Du meldest das Fahrzeug fuer einen festen Zeitraum an, etwa April bis Oktober, und sparst waehrend der Standmonate Steuer und Versicherung anteilig.
Fuer viele Liebhaberfahrzeuge, die den Winter ohnehin in der Garage verbringen, ist das die guenstigste Loesung. Wenn du zusaetzlich das Fahrzeug ummeldest oder den Wohnort wechselst, findest du die Details dazu in unserem Ratgeber zum Auto ummelden.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Gebuehren und steuerliche Regelungen koennen sich regional und im Zeitverlauf unterscheiden.
Haeufige Fragen
Ab wann bekommt ein Auto ein H-Kennzeichen?
Sobald das Fahrzeug mindestens 30 Jahre seit der Erstzulassung alt ist, in gutem, weitgehend originalem Zustand ist und ein positives §23-Gutachten vorliegt. Alle drei Punkte muessen erfuellt sein.
Was kostet ein H-Kennzeichen insgesamt?
Einmalig etwa 140 bis 280 Euro (Gutachten 80 bis 150 Euro plus Zulassung 60 bis 130 Euro). Laufend kommt die pauschale Kfz-Steuer von 191 Euro pro Jahr fuer Pkw dazu, bei Kraftraedern 46 Euro. Das sind Richtwerte fuer 2026.
Darf ich mit H-Kennzeichen in die Umweltzone?
Ja. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen duerfen in Umweltzonen fahren, auch ohne gruene Plakette. Der historische Status gilt hier als Ausnahme.
Das H-Kennzeichen ist also mehr als ein huebsches Schild: Es macht das Fahren eines Oldtimers planbar und in vielen Faellen guenstiger. Wer ein passendes Fahrzeug besitzt, sollte die Umstellung durchrechnen – haeufig lohnt sie sich schon im ersten Jahr.