Ölwechsel selber machen: Anleitung Schritt für Schritt

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Ein Ölwechsel gehört zu den Arbeiten, die sich mit etwas Geschick in der eigenen Garage erledigen lassen. Wer den Ölwechsel selber machen will, spart je nach Fahrzeug einen guten Teil der Werkstattrechnung – muss aber sauber arbeiten und das Altöl korrekt entsorgen. Diese Anleitung zeigt, welches Werkzeug und welches Öl Sie brauchen, wie der Wechsel Schritt für Schritt abläuft und wann Sie besser eine Werkstatt aufsuchen.

Faktenkarte Ölwechsel selber machen: Richtwerte Deutschland 2026

Lohnt sich der Ölwechsel in Eigenregie?

Das Material für einen Ölwechsel kostet in der Regel etwa 40 bis 90 Euro: Motoröl, ein neuer Ölfilter und ein Dichtring für die Ablassschraube. In der Werkstatt liegt die Rechnung je nach Region, Ölmenge und Fahrzeug häufig bei 80 bis 200 Euro. Die Ersparnis ist also real, allerdings kommen Anschaffungen für Werkzeug dazu. Mehr zu den Preisen finden Sie im Beitrag Ölwechsel: Kosten. Moderne Autos mit Wartungsplan, Garantie oder Anschlussgarantie sind ein Sonderfall: Hier sollten Sie vorab klären, ob ein Eigenwechsel anerkannt wird, und den Beleg für Öl und Filter unbedingt aufbewahren.

Das brauchen Sie: Werkzeug und Material

Für den Ölwechsel sollten Sie vollständig ausgerüstet sein, bevor Sie unter das Auto gehen. Dazu gehören eine Auffangwanne mit ausreichendem Fassungsvermögen, ein passender Steck- oder Ringschlüssel für die Ablassschraube, ein Ölfilterschlüssel oder eine Filterzange, ein Drehmomentschlüssel, ein Trichter sowie Handschuhe und Putzlappen. Das Fahrzeug muss sicher stehen, am besten auf stabilen Unterstellböcken oder einer Hebebühne. Ein Wagenheber allein reicht nicht aus, wenn Sie unter dem Auto arbeiten.

Beim Öl zählt die Freigabe des Herstellers mehr als der Markenname. Die erforderliche Spezifikation, etwa eine VW-Norm oder eine ACEA-Klasse, steht in der Betriebsanleitung. Dort finden Sie auch die Viskosität, zum Beispiel 5W-30, und die genaue Füllmenge. Moderne Motoren mit Partikelfilter verlangen häufig ein spezielles Low-SAPS-Öl.

Ölwechsel Schritt für Schritt

  1. Motor warm fahren: Fahren Sie einige Minuten, damit das Öl dünnflüssig wird und besser abläuft. Lassen Sie den Motor danach kurz abkühlen, damit Sie sich nicht verbrennen.
  2. Auto sicher aufbocken: Das Fahrzeug muss waagerecht stehen. Ziehen Sie die Handbremse an und sichern Sie die Räder, die am Boden bleiben.
  3. Altöl ablassen: Stellen Sie die Wanne unter die Ablassschraube, lösen Sie die Schraube und lassen Sie das Öl vollständig ablaufen. Das dauert 10 bis 20 Minuten.
  4. Ölfilter wechseln: Lösen Sie den alten Filter oder bei Kartuschensystemen den Deckel. Benetzen Sie die Dichtung des neuen Filters leicht mit frischem Öl und ziehen Sie ihn nur handfest an.
  5. Ablassschraube schließen: Setzen Sie einen neuen Dichtring ein und ziehen Sie die Schraube mit dem vorgeschriebenen Drehmoment fest. Als grober Anhaltswert gelten bei vielen Pkw 25 bis 40 Newtonmeter, maßgeblich ist aber die Herstellerangabe.
  6. Neues Öl einfüllen: Füllen Sie zunächst etwa 80 Prozent der Menge ein, warten Sie kurz und prüfen Sie dann den Ölstand am Peilstab oder in der Anzeige.
  7. Probelauf und Kontrolle: Lassen Sie den Motor kurz laufen, kontrollieren Sie Ablassschraube und Filter auf Dichtheit und messen Sie nach dem Abstellen erneut den Ölstand.

Ölstand und Kontrollleuchte beachten

Ein zu hoher Ölstand schadet dem Motor ebenso wie ein zu niedriger. Das Öl sollte zwischen den Markierungen Min und Max liegen, idealerweise im oberen Drittel. Leuchtet nach dem Start die Öldruckwarnung auf, schalten Sie den Motor sofort aus. Was die Warnleuchte bedeutet, erklärt der Beitrag zur Öldruck-Kontrollleuchte. Prüfen Sie den Ölstand auch zwischen den Wechseln regelmäßig bei kaltem, waagerecht stehendem Motor. Fällt der Pegel auffällig schnell, behandelt der Ratgeber Ölverbrauch zu hoch.

Altöl richtig entsorgen

Altöl ist Sondermüll und gehört weder in den Hausmüll noch in den Abfluss. Wer neues Motoröl im Handel kauft, kann nach der Altölverordnung beim Verkäufer die gleiche Menge Altöl kostenlos zurückgeben. Auch Wertstoffhöfe nehmen Altöl an, häufig gegen Nachweis, dass es sich um Privatmengen handelt. Alte Ölfilter und ölige Lappen werden ebenfalls dort abgegeben. Wichtig: Ölwechsel auf unbefestigtem Boden oder ohne Auffangwanne sind verboten, weil schon kleine Mengen das Grundwasser gefährden können. Mischen Sie Altöl nie mit Bremsflüssigkeit, Kühlmittel oder Lösungsmitteln, sonst nehmen es manche Annahmestellen nicht mehr an.

Wie oft muss das Öl gewechselt werden?

Die meisten Hersteller geben Intervalle zwischen 15.000 und 30.000 Kilometern oder einmal pro Jahr vor. Wer viel Kurzstrecke fährt, Anhänger zieht oder im Stadtverkehr unterwegs ist, sollte eher früher wechseln. Details zu den Fristen finden Sie im Beitrag Wie oft Ölwechsel. Der Ölwechsel ist zudem Teil der Inspektion, sodass sich Eigenarbeit und Werkstatttermin gut ergänzen lassen.

Typische Fehler vermeiden

Häufig wird vergessen, den alten Dichtring zu entfernen, sodass zwei Ringe übereinanderliegen und die Schraube undicht wird. Ebenso verbreitet ist das Überdrehen der Ablassschraube, was das Gewinde in der Ölwanne beschädigen kann und eine teure Reparatur nach sich zieht. Auch zu viel Öl kommt vor, wenn die Füllmenge nicht nachgemessen wird. Wer nach dem Wechsel Milchbildung im Öl bemerkt, sollte die Ursache rasch klären; mehr dazu steht im Ratgeber Motoröl milchig.

Wann die Werkstatt die bessere Wahl ist

Bei Fahrzeugen mit Unterbodenverkleidung, schwer zugänglichem Filter, Ölabsaugung statt Ablassschraube oder Wartungsintervallanzeige, die zurückgesetzt werden muss, lohnt sich der Aufwand selten. Auch ohne Hebebühne oder sichere Unterstellböcke sollten Sie die Finger davon lassen. Ein Fachbetrieb dokumentiert den Wechsel zudem im Serviceheft.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Ölwechsel selbst?

Mit Übung etwa 45 bis 90 Minuten. Beim ersten Mal sollten Sie mehr Zeit einplanen.

Muss der Ölfilter immer mit gewechselt werden?

Ja, in der Regel. Ein alter Filter enthält Schmutz und Restöl, die das frische Öl sofort belasten würden.

Kann ich Öl verschiedener Hersteller mischen?

Zum Nachfüllen in kleinen Mengen ist das meist unproblematisch, sofern Viskosität und Freigabe passen. Beim kompletten Wechsel sollten Sie jedoch bei einer Sorte bleiben.

Wer sauber arbeitet, Material und Drehmomente prüft und das Altöl ordnungsgemäß abgibt, kann den Ölwechsel gut selbst erledigen. Notieren Sie Datum und Kilometerstand, damit der nächste Termin nicht verloren geht.