Reifen sollten in der Regel nicht älter als rund zehn Jahre sein – ab etwa sechs Jahren lohnt sich ein genauer Blick. Wie alt deine Reifen sind, verrät die DOT-Nummer auf der Flanke. Eine feste gesetzliche Altersgrenze für Pkw-Reifen gibt es zwar nicht, aber Gummi altert, wird hart und verliert Grip. Hier erfährst du, ab wann es kritisch wird, wie du das Alter abliest und worauf du beim Neukauf achten solltest.
Inhalt
- Wie alt dürfen Reifen sein? Die kurze Antwort
- Reifenalter erkennen: die DOT-Nummer
- Ab wann werden Reifen kritisch?
- Neureifen: wie alt dürfen sie beim Kauf sein?
- Gibt es eine gesetzliche Altersgrenze?
- Häufige Fragen
Wie alt dürfen Reifen sein? Die kurze Antwort
Die wichtigste Faustregel vorweg: Reifen, die älter als zehn Jahre sind, gehören runter – unabhängig davon, wie viel Profil noch da ist. Ab einem Alter von etwa sechs Jahren solltest du sie jährlich checken oder in der Werkstatt begutachten lassen. Der Grund ist einfach: Die Gummimischung härtet mit den Jahren aus, kleine Risse bilden sich, und der Reifen kann bei Nässe und Kälte deutlich weniger Grip aufbauen. Ein Profil von 5 Millimetern nützt dir wenig, wenn das Material spröde geworden ist.
Wie alt deine Reifen sein dürfen, hängt also nicht nur vom Kilometerstand ab, sondern vor allem vom Herstellungsdatum. Gerade bei Zweitwagen, Wohnmobilen oder Autos mit wenig Laufleistung stehen oft Reifen drauf, die noch top aussehen, aber technisch längst durch sind.

Reifenalter erkennen: die DOT-Nummer
Das genaue Herstellungsdatum steht direkt auf dem Reifen. Suche auf der Seitenwand (der Flanke) nach dem Kürzel DOT, gefolgt von mehreren Zeichen. Entscheidend sind die letzten vier Ziffern: Die ersten beiden stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Jahr. Ein Beispiel: „1024“ bedeutet, dass der Reifen in der 10. Kalenderwoche des Jahres 2024 gebaut wurde.
Ein kleiner Praxistipp: Oft steht die vollständige DOT-Nummer nur auf einer Reifenseite. Findest du auf der Außenseite nur einen Teil, schau auf der Innenseite nach. Wer regelmäßig kontrolliert, wie tief das Profil noch ist, sollte gleich einen Blick aufs Alter werfen – mehr dazu in unserem Ratgeber zur Mindestprofiltiefe bei Reifen.
Ab wann werden Reifen kritisch?
Ein neuer Reifen ist weich und elastisch. Mit den Jahren verdunsten Weichmacher, das Gummi wird härter und die Haftung sinkt – besonders bei Nässe. Als grobe Orientierung gilt:
- Bis 6 Jahre: meist unproblematisch, normale Kontrolle reicht.
- 6 bis 10 Jahre: jährlich prüfen, auf Risse und poröse Stellen achten.
- Über 10 Jahre: tauschen, auch ohne sichtbaren Schaden.
Winterreifen altern dabei etwas schneller als Sommerreifen, weil ihre weichere Mischung früher verhärtet. Schon ab rund sechs Jahren lässt der Nässe-Grip spürbar nach. Wer viel bei Schnee und Matsch unterwegs ist, sollte sein Set daher genauer im Auge behalten. Praktische Kaufkriterien findest du in unserem Winterreifen-Test. Achte außerdem auf feine Haarrisse im Profilgrund und an der Flanke – das sind klassische Alterungszeichen.
Wie schnell ein Reifen altert, hängt auch stark von der Lagerung und Nutzung ab. Dauerhafte Sonneneinstrahlung, Hitze, Öl und Streusalz setzen dem Gummi zu. Steht das Auto oft draußen in der prallen Sonne, altern die Reifen spürbar schneller als in einer schattigen Garage. Auch falscher Luftdruck und ständige Überladung fördern die Alterung, weil die Flanken stärker walken. Wer seine Saisonreifen ordentlich einlagert – kühl, trocken und ohne Druckstellen –, holt spürbar mehr Jahre heraus. Wie das richtig geht und was es kostet, liest du in unserem Ratgeber zum Reifen-Einlagern. Und vergiss das Reserverad nicht: Es liegt oft jahrelang unbeachtet im Kofferraum und ist im Ernstfall gnadenlos überaltert.
Neureifen: wie alt dürfen sie beim Kauf sein?
Auch ein „neuer“ Reifen kann schon eine Weile im Lager gelegen haben. Der ADAC empfiehlt, beim Kauf auf ein Herstellungsdatum von maximal zwei Jahren zu achten. Der Reifenhandel selbst stuft Reifen bis zu drei Jahren noch als „fabrikneu“ ein. Richtig gelagert – kühl, trocken und dunkel – verlieren Reifen in dieser Zeit kaum an Qualität.
Trotzdem gilt: Bezahlst du den vollen Preis, darfst du auch frische Ware erwarten. Prüfe vor dem Bezahlen einfach die DOT-Nummer. Steht dort ein Datum, das schon drei oder vier Jahre zurückliegt, kannst du nach einem Rabatt fragen oder auf einem jüngeren Satz bestehen. Wenn ohnehin ein Wechsel ansteht, hilft dir unsere Übersicht zu den Kosten fürs Reifenwechseln bei der Planung.
Gibt es eine gesetzliche Altersgrenze?
Für normale Pkw-Reifen gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Höchstaltersgrenze. Vorgeschrieben ist nur die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Theoretisch darfst du also auch mit älteren Reifen fahren, solange Profil und Zustand stimmen – empfehlenswert ist das aber nicht.
Eine Ausnahme gibt es: Bei Anhängern, die für Tempo 100 zugelassen sind, müssen die Reifen spätestens nach sechs Jahren ersetzt werden. Und bei einem Unfall kann es unangenehm werden: Wenn überalterte Reifen mitverantwortlich sind, riskierst du Diskussionen mit der Versicherung. Das ist kein rechtlicher Rat, aber ein guter Grund, das Alter ernst zu nehmen.
Häufige Fragen
Wie alt dürfen Reifen laut TÜV sein?
Einen festen Grenzwert gibt der TÜV nicht vor. Bei der Hauptuntersuchung zählen Profiltiefe und Zustand. Sichtbare Risse oder poröses Gummi können aber zur Beanstandung führen – unabhängig vom reinen Alter.
Kann man das Reifenalter am Aussehen erkennen?
Nur teilweise. Feine Risse und ausgehärtetes, mattes Gummi deuten auf Alterung hin. Sicher ist aber nur die DOT-Nummer. Ein Reifen kann optisch top wirken und trotzdem zwölf Jahre alt sein.
Wie lange halten Reifen, die selten gefahren werden?
Auch Stehen schadet. Reifen an einem wenig genutzten Auto altern durch UV-Licht, Ozon und einseitige Belastung. Nach rund zehn Jahren solltest du sie auch dann tauschen, wenn kaum Kilometer drauf sind.
Unterm Strich gilt: Behalte das Herstellungsdatum im Blick, prüfe deine Reifen ab sechs Jahren regelmäßig und tausche spätestens nach rund zehn Jahren. So bleibst du sicher unterwegs – egal ob mit Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen.