HU Kosten 2026: Was TÜV, DEKRA & Co. wirklich verlangen

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Alle zwei Jahre steht beim Pkw die Hauptuntersuchung an, im Alltag meist „TÜV“ genannt. Die Frage nach den HU Kosten lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, denn Prüforganisation, Region, Fahrzeugart und Zusatzleistungen beeinflussen den Preis. Dieser Ratgeber zeigt, womit Sie 2026 rechnen müssen und wo Sie sparen können.

HU & AU beim Pkw – Richtwerte 2026

Was ist die HU und wer führt sie durch?

Die Hauptuntersuchung (HU) prüft, ob ein Fahrzeug verkehrssicher und umweltverträglich ist. Geprüft werden unter anderem Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Beleuchtung, Reifen, Rahmen, Karosserie und elektronische Assistenzsysteme. Durchführen dürfen sie amtlich anerkannte Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS, die in Prüfstellen und teils in Partnerwerkstätten arbeiten.

Bei Pkw fällt die erste HU drei Jahre nach der Erstzulassung an, danach alle zwei Jahre. Die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen zeigt, bis wann die nächste Untersuchung fällig ist. Die Abgasuntersuchung (AU) ist ein eigener Prüfteil und wird bei Pkw ebenfalls im Zweijahresrhythmus gemeinsam mit der HU durchgeführt.

HU Kosten 2026 im Überblick

Die Gebühren für die Hauptuntersuchung sind nach der Gebührenordnung für Fahrzeug-Prüfungen geregelt, die Anbieter dürfen aber innerhalb eines Rahmens kalkulieren. Als Richtwerte für Deutschland 2026 gelten für einen normalen Pkw:

  • Hauptuntersuchung (HU): etwa 90 bis 130 Euro
  • Abgasuntersuchung (AU): etwa 40 bis 70 Euro, je nach Motorart und Prüfaufwand
  • HU inklusive AU: in der Regel 130 bis 190 Euro
  • Nachprüfung nach erkannten Mängeln: meist 15 bis 50 Euro, je nach Umfang

Beim Elektroauto entfällt die Abgasuntersuchung, weil kein Verbrennungsmotor vorhanden ist. Dadurch sind die Gesamtkosten oft etwas niedriger. Ein Pflichtprüfpunkt ist stattdessen die Kontrolle der Hochvolt-Komponenten und der Sicherheit rund um die Batterie.

Wovon der Preis abhängt

Zwei Fahrzeuge können am selben Tag unterschiedlich viel kosten. Entscheidend sind meist diese Punkte:

  • Prüforganisation und Standort: In Ballungsräumen sind die Preise häufig höher als auf dem Land. Die Unterschiede zwischen TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS liegen oft bei wenigen Euro.
  • Prüfstelle oder Werkstatt: Manche Werkstätten bieten die HU als Komplettpaket an, inklusive Vorcheck und AU. Das ist bequem, kann aber teurer sein als die direkte Prüfstelle.
  • Fahrzeugart: Motorräder, Anhänger, Wohnmobile und Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen unterliegen anderen Gebühren und Intervallen.
  • Zusatzleistungen: Vorabprüfung, Terminabholung oder Wunschtermine kosten extra.
  • Mängel: Wer durchfällt, muss die Mängel beheben und das Fahrzeug erneut vorführen.

Was passiert bei Mängeln?

Der Prüfer unterscheidet zwischen geringen Mängeln, erheblichen Mängeln und verkehrsunsicheren Fahrzeugen. Bei geringen Mängeln erhalten Sie die Plakette, sollten die Punkte aber zeitnah beheben. Bei erheblichen Mängeln gibt es keine Plakette, und Sie müssen den Mangel beheben und das Fahrzeug innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorführen. Gelingt das in dieser Frist und in derselben Prüfstelle, fällt meist nur die reduzierte Nachprüfungsgebühr an. Nach Ablauf der Frist wird eine komplett neue HU fällig. Bei verkehrsunsicheren Fahrzeugen kann die Prüfstelle die Weiterfahrt untersagen; die Zulassungsbehörde erhält in solchen Fällen eine Mitteilung.

Mehr zu typischen Durchfallgründen und Nachprüfung lesen Sie in unseren Beiträgen zum Thema TÜV durchgefallen und zur TÜV-Nachprüfung.

Welche Unterlagen und Vorbereitung sinnvoll sind

Für den Termin brauchen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I und bei umgebauten Fahrzeugen die passenden Nachweise, etwa Teilegutachten oder Eintragungen. Wer seinen Wagen vorher kurz durchcheckt, spart sich oft eine Nachprüfung: Funktionieren alle Lampen, sind Reifenprofil und Reifendruck in Ordnung, ist der Verbandskasten vollständig und das Warndreieck nicht abgelaufen? Auch auffällige Warnleuchten im Cockpit sollten Sie vorher klären lassen, denn eine leuchtende Motor- oder Airbag-Lampe führt häufig zu einem Mangel. Ein Termin am Vormittag unter der Woche ist meist entspannter und kürzer als ein Samstagstermin.

So sparen Sie bei der HU

  1. Preise vergleichen: Viele Prüforganisationen veröffentlichen ihre Gebühren online. Ein Anruf bei zwei bis drei Prüfstellen in Ihrer Nähe reicht.
  2. Vorab selbst prüfen: Licht, Blinker, Hupe, Scheibenwischer, Reifenprofil und Warnleuchten kostet keinen Cent. Kleine Mängel wie eine defekte Birne verursachen sonst unnötige Nachprüfungen.
  3. Fahrzeug sauber vorfahren: Ein gepflegtes Auto ist kein Pflichtkriterium, erleichtert aber die Sicht auf Unterboden und Karosserie.
  4. Papiere mitbringen: Zulassungsbescheinigung Teil I, bei Bedarf die letzten Prüfberichte und Nachweise für Umbauten.
  5. Frist nicht verstreichen lassen: Wer zu spät dran ist, riskiert ein Bußgeld und im Zweifel eine teurere Prüfung ohne Terminvorteil.

Was passiert, wenn die HU überfällig ist?

Bis zu zwei Monate nach Ablauf der Plakette bleibt die Überziehung in der Regel folgenlos. Danach kann ein Verwarngeld fällig werden, das mit der Dauer der Überziehung steigt. Bei sehr langer Überziehung drohen neben höheren Bußgeldern auch Punkte in Flensburg. Zudem prüft die Prüfstelle bei längerer Überziehung genauer. Planen Sie die HU daher rechtzeitig vor dem Ablauf der Plakette ein.

Häufige Fragen

Wie lange ist eine HU gültig?

Beim Pkw 24 Monate. Neue Fahrzeuge werden erstmals nach 36 Monaten geprüft.

Muss die AU zur selben Zeit wie die HU gemacht werden?

Ja. Seit der Integration in die Hauptuntersuchung wird die AU als Prüfteil der HU durchgeführt. Eine Prüfstelle oder Werkstatt mit Prüfer erledigt beides in einem Termin.

Was kostet die HU beim Elektroauto?

Meist etwas weniger als beim Verbrenner, weil keine AU anfällt. Dafür kann die Prüfung der Hochvolt-Bauteile den Aufwand erhöhen.

Kann ich die HU auch in der Werkstatt machen lassen?

Ja, viele Werkstätten arbeiten mit einem Prüfer zusammen, der regelmäßig vor Ort ist. Der Preis ist dann oft ein Paket aus Vorcheck, HU und AU.

Fazit

Für einen normalen Pkw müssen Sie 2026 für HU und AU zusammen in der Regel mit rund 130 bis 190 Euro rechnen. Wer vorher einen kurzen Check macht, die Preise vergleicht und die Frist im Blick behält, bleibt im unteren Bereich und vermeidet Nachprüfungen. Bei größeren Mängeln hilft ein kostenloser Kostenvoranschlag der Werkstatt, bevor Sie zur Nachprüfung fahren.

Hinweis: Alle Preisangaben sind unverbindliche Richtwerte für Deutschland (Stand 2026). Verbindliche Gebühren nennt Ihre Prüfstelle.