Ein Ausfuhrkennzeichen kostet in Deutschland meist zwischen 30 und 60 Euro für Gebühr und Schilder, dazu kommt eine Versicherung, deren Preis von der gewählten Laufzeit abhängt. Du brauchst es, wenn du ein Fahrzeug ins Ausland bringst und es dort zulassen willst. Beantragt wird es bei der Zulassungsstelle, gültig ist es zwischen 15 Tagen und einem Jahr.
Inhalt
- Was ist ein Ausfuhrkennzeichen?
- Ausfuhrkennzeichen: Kosten im Überblick
- Die Versicherung ist der variable Posten
- So läuft die Beantragung ab
- Gültigkeit und der rote Rand
- Häufige Fragen
Was ist ein Ausfuhrkennzeichen?
Wenn du ein Auto verkaufst oder umziehst und es dauerhaft in ein anderes Land bringst, kannst du es nicht einfach mit dem deutschen Kennzeichen über die Grenze fahren und dort abgeben. Das reguläre Kennzeichen erlischt mit der Abmeldung. Damit das Fahrzeug trotzdem noch fahren und versichert sein darf, gibt es das Ausfuhrkennzeichen, früher oft Zollkennzeichen genannt. Es ist genau für diesen einen Zweck gedacht: den Export ins Ausland.
Erkennbar ist es sofort am roten senkrechten Balken am rechten Rand. In diesem roten Feld steht das Ablaufdatum, denn ein Ausfuhrkennzeichen gilt nur befristet. Es ist damit ein enger Verwandter des Kurzzeitkennzeichens, verfolgt aber einen anderen Zweck und erlaubt auch Fahrten über die Grenze.
Ausfuhrkennzeichen: Kosten im Überblick
Die reinen Behördenkosten sind überschaubar. Für die Gebühr der Zulassungsstelle und die beiden Schilder solltest du zusammen mit rund 30 bis 60 Euro rechnen. Wie viel es genau wird, hängt vom Landkreis und davon ab, wo du die Schilder prägen lässt. Der Preisunterschied bei den Schildern selbst ist klein, meist ein paar Euro pro Stück.
Der Posten, der spürbar ins Gewicht fällt, ist nicht die Gebühr, sondern die Versicherung. Und die richtet sich nach der Laufzeit. Ein Kennzeichen für zwei Wochen kostet dich deutlich weniger als eines, das ein Jahr lang gültig sein soll. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen.

Ein Beispiel: Wer ein Fahrzeug nur schnell in ein Nachbarland überführt, wählt eine kurze Laufzeit und zahlt insgesamt oft weniger als 100 Euro. Wer dagegen ein Jahr Puffer braucht, etwa weil die Zulassung im Zielland dauert, landet je nach Anbieter und Fahrzeug schnell im dreistelligen Bereich.
Die Versicherung ist der variable Posten
Ohne gültige Kfz-Haftpflicht bekommst du kein Ausfuhrkennzeichen. Die Versicherung nennt sich Versicherungsbestätigung für Ausfuhrkennzeichen und wird speziell für diesen Zweck ausgestellt. Du bekommst sie bei vielen Kfz-Versicherern, teils online innerhalb weniger Minuten, teils direkt über Dienstleister in der Nähe der Zulassungsstelle.
Der Preis staffelt sich nach der Dauer. Je länger die gewünschte Gültigkeit, desto höher der Beitrag. Auch das Zielland spielt eine Rolle: Innerhalb der EU ist die Versicherung in der Regel günstiger und unkomplizierter als bei einem Export in ein Land außerhalb der EU, wo Versicherer teils Aufschläge verlangen oder bestimmte Regionen ausschließen. Frag deshalb vorher nach, ob dein Zielland überhaupt abgedeckt ist. Das ist keine Versicherungsberatung, sondern nur der Hinweis, dass sich ein Preisvergleich lohnt.
So läuft die Beantragung ab
Der Weg ähnelt einer normalen Zulassung, ist aber schlanker. Du gehst zur Zulassungsstelle, legst deine Unterlagen vor, und das Kennzeichen wird für den gewünschten Zeitraum ausgestellt. In vielen Städten geht das ohne Termin, in anderen brauchst du einen. Ein Anruf vorab spart dir im Zweifel einen zweiten Weg.
Diese Unterlagen brauchst du
Ohne die Fahrzeugpapiere geht nichts. Konkret solltest du dabeihaben:
- Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief)
- deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass
- die Versicherungsbestätigung für das Ausfuhrkennzeichen
- einen gültigen Nachweis der Hauptuntersuchung, falls das Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt wird
Ist das Auto noch in Deutschland zugelassen, wird es im Zuge der Ausstellung abgemeldet. Wie das im Detail funktioniert und was dabei anfällt, liest du in unserem Beitrag zum Auto abmelden. Danach bekommst du die geprägten Schilder mit dem roten Rand und kannst losfahren.
Gültigkeit und der rote Rand
Das Ausfuhrkennzeichen ist bewusst befristet. Die Spanne reicht von 15 Tagen bis zu einem Jahr, und das Ablaufdatum steht gut sichtbar im roten Feld am rechten Rand. Ist der Termin erreicht, verliert das Kennzeichen seine Gültigkeit, und zwar automatisch. Du musst es nicht extra kündigen.
Plane die Laufzeit realistisch. Wählst du zu knapp und die Überführung oder Zulassung im Zielland zieht sich, stehst du plötzlich ohne gültiges Kennzeichen da. Wählst du großzügig, zahlst du für Zeit, die du vielleicht nicht brauchst. Für eine reine Fahrt ins Nachbarland reichen oft zwei bis vier Wochen. Wenn du unsicher bist, ob ein Ausfuhrkennzeichen überhaupt das richtige ist, hilft ein Blick auf die Alternativen wie das rote Kennzeichen für Händler und Werkstätten, das einem ganz anderen Zweck dient.
Und eine wichtige Einordnung zum Schluss dieses Abschnitts: Dieser Text bietet allgemeine Richtwerte für 2026 und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für Zollformalitäten und steuerliche Fragen beim Export in Länder außerhalb der EU wende dich an die zuständige Stelle oder einen Fachberater.
Häufige Fragen
Was kostet ein Ausfuhrkennzeichen 2026?
Gebühr und Schilder liegen zusammen bei etwa 30 bis 60 Euro (Richtwerte 2026). Dazu kommt die Versicherung, deren Preis von der Laufzeit abhängt. Bei kurzer Dauer bleibst du oft unter 100 Euro insgesamt, bei einem Jahr wird es entsprechend teurer.
Wie lange ist ein Ausfuhrkennzeichen gültig?
Zwischen 15 Tagen und maximal einem Jahr. Das genaue Ablaufdatum steht im roten Feld am rechten Kennzeichenrand und gilt automatisch als Enddatum.
Welche Unterlagen brauche ich?
Vor allem die vollständigen Fahrzeugpapiere, also Zulassungsbescheinigung Teil I und II, dazu deinen Ausweis und die Versicherungsbestätigung. Bei Bedarf noch den HU-Nachweis.
Unterm Strich ist das Ausfuhrkennzeichen ein günstiger und unkomplizierter Weg, ein Fahrzeug legal ins Ausland zu bringen. Die eigentliche Gebühr ist klein, der Hebel liegt bei der Versicherung und der gewählten Laufzeit. Wer die Papiere beisammenhat und die Dauer passend wählt, hat die Sache meist an einem Vormittag erledigt.