Zweimal im Jahr steht der Radwechsel an: im Herbst von Sommer- auf Winterreifen und im Frühjahr zurück. Doch was kostet ein Radwechsel in der Werkstatt, wann lohnt sich das Selbermachen, und wo verstecken sich Zusatzkosten? Dieser Ratgeber liefert Richtwerte für 2026 und praktische Tipps.
Was ist der Unterschied zwischen Radwechsel und Reifenwechsel?
Beim Radwechsel werden komplette Räder – also Reifen samt Felge – abgeschraubt und gegen einen anderen Satz getauscht. Das geht schnell, weil die Reifen auf den Felgen montiert bleiben. Beim Reifenwechsel dagegen wird der Reifen von der Felge gezogen und ein neuer aufgezogen. Das dauert länger und kostet mehr. Wer zwei Sätze Kompletträder besitzt, braucht also nur den günstigeren Radwechsel.
Was kostet der Radwechsel in der Werkstatt?
Für den reinen Wechsel von vier Kompletträdern verlangen freie Werkstätten und Reifenhändler meist zwischen 20 und 40 Euro. Markenwerkstätten liegen oft bei 40 bis 60 Euro. In Großstädten und bei großen Rädern, etwa bei SUVs ab 19 Zoll, kann der Preis höher ausfallen.
Häufig kommen Zusatzleistungen dazu. Das Auswuchten der Räder kostet meist 5 bis 10 Euro pro Rad. Ein Satz neue Ventile oder Reifendrucksensor-Service schlägt zusätzlich zu Buche. Wer die Räder einlagern lässt, zahlt je nach Anbieter 30 bis 60 Euro pro Saison. Pakete mit Wechsel, Wuchten und Einlagerung liegen insgesamt häufig bei 60 bis 120 Euro.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis?
Die Radgröße spielt eine Rolle: Je größer und schwerer das Rad, desto höher der Aufwand. Auch Reifendrucksensoren (RDKS) können den Preis erhöhen, wenn sie angelernt werden müssen. Hinzu kommen Sicherungsmuttern oder Felgenschlösser, die Spezialwerkzeug erfordern. Wer außerhalb der Saison, zum Beispiel im Sommer oder tief im Winter, einen Termin bucht, spart oft, denn im Oktober und April sind Werkstätten ausgelastet und Termine knapp.
Radwechsel selbst durchführen: So gehen Sie vor
Mit etwas Übung ist der Radwechsel in rund 30 bis 45 Minuten erledigt. Sie benötigen einen Wagenheber oder besser eine Rangierwagenheber, Unterstellböcke, einen Drehmomentschlüssel und gegebenenfalls einen Adapter für Felgenschlösser. Stellen Sie das Auto auf festem, ebenem Untergrund ab, ziehen Sie die Handbremse und legen Sie einen Gang ein.
Lösen Sie die Radmuttern oder Radschrauben, solange das Rad noch am Boden steht, nur um eine halbe Umdrehung. Heben Sie dann das Fahrzeug an den vorgesehenen Aufnahmepunkten an. Nehmen Sie das Rad ab, setzen Sie das neue auf und ziehen Sie die Muttern über Kreuz handfest an. Nach dem Absenken ziehen Sie sie mit dem Drehmomentschlüssel auf den vorgeschriebenen Wert an. Bei den meisten Pkw liegt er bei 110 bis 120 Newtonmeter; den genauen Wert finden Sie in der Betriebsanleitung.
Nach 50 bis 100 Kilometern sollten Sie die Radmuttern nachziehen. Das ist besonders bei Alufelgen wichtig, weil sich die Verbindung setzen kann. Kontrollieren Sie außerdem den Reifendruck und passen Sie ihn an die Beladung an.
Selber machen oder Werkstatt: Was lohnt sich?
Finanziell sparen Sie beim Selbermachen etwa 20 bis 40 Euro pro Wechsel, also bis zu 80 Euro im Jahr. Dem stehen die Anschaffungskosten für Werkzeug gegenüber: Ein guter Drehmomentschlüssel kostet etwa 30 bis 60 Euro, ein Rangierwagenheber 60 bis 150 Euro. Nach etwa zwei bis drei Jahren hat sich die Ausrüstung bezahlt gemacht. Wer keinen geeigneten Platz hat oder Räder einlagern muss, fährt mit der Werkstatt oft bequemer und sicherer.
Typische Fehler beim Radwechsel
Der häufigste Fehler ist ein falsches Anzugsmoment. Zu locker kann sich das Rad lösen, zu fest beschädigt Gewinde oder Schrauben. Weitere Fehlerquellen sind ein Wagenheber an der falschen Stelle, das Anziehen im angehobenen Zustand und verschmutzte Auflageflächen. Auch die Laufrichtung bei gerichteten Reifen und die Seitenzuordnung sollten Sie beachten. Räder sollten Sie beim Abmontieren markieren, zum Beispiel mit VL, VR, HL, HR.
Winterreifen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Als Faustregel gilt „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern. In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht: Bei Glätte, Schnee oder Eis müssen Winterreifen montiert sein. Wer ohne unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld und bei einem Unfall Ärger mit der Versicherung. Planen Sie den Termin deshalb frühzeitig, am besten bevor die erste Kältewelle kommt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Radwechsel in der Werkstatt? Meist 20 bis 40 Minuten, bei Terminen mit Wuchten etwas länger.
Muss ich Radmuttern nachziehen? Ja, nach etwa 50 bis 100 Kilometern wird empfohlen, das Anzugsmoment zu kontrollieren.
Darf ich bei Regen selbst wechseln? Ja, aber nur auf festem Untergrund und mit rutschfestem Stand. Eine Garage ist angenehmer und sicherer.
Was kostet das Einlagern der Räder? Etwa 30 bis 60 Euro pro Saison, abhängig von Region und Anbieter.
Fazit
Ein Radwechsel in der Werkstatt kostet 2026 in der Regel 20 bis 60 Euro, mit Wuchten und Einlagerung bis zu 120 Euro. Wer Werkzeug und Platz hat, kann sparen – muss dafür aber sorgfältig arbeiten. Alle Preise sind Richtwerte und können regional abweichen; fragen Sie vor dem Termin nach dem Festpreis.