Kfz-Steuer berechnen geht in drei Schritten: Hubraum, CO₂-Ausstoß und Antriebsart bestimmen – dann die Sätze addieren. Bei einem Benziner mit 1,5 Litern und 130 g/km CO₂ landest du bei rund 103 Euro im Jahr, bei einem Diesel gleicher Klasse eher bei 250 Euro. Hier zeigen wir dir die Formel mit Rechenbeispielen für 2026.
Inhalt
- Die Formel: so setzt sich die Kfz-Steuer zusammen
- Schritt 1: Hubraumsteuer
- Schritt 2: CO₂-Steuer
- Zwei Rechenbeispiele
- Wo du die Werte findest
- Elektroauto, Hybrid und Co.
- Zahlung, Bescheid und Sparpotenzial
- Häufige Fragen
Die Formel: so setzt sich die Kfz-Steuer zusammen
Die Kfz-Steuer für Pkw besteht aus zwei Teilen: einem Sockel nach Hubraum und einem Aufschlag nach CO₂-Emissionen. Beide Beträge werden addiert, das Ergebnis ist die Jahressteuer. Verwaltet wird sie vom Zoll, nicht vom Finanzamt oder der Zulassungsstelle. Für Motorräder, Lkw und Wohnmobile gelten andere Regeln, hier geht es um den klassischen Pkw.
Wichtig ist das Datum der Erstzulassung. Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 2009 zugelassen wurden, werden noch nach Hubraum und Schadstoffklasse besteuert. Für Autos ab Juli 2009 gilt die Kombination aus Hubraum und CO₂, und seit 2021 greifen für Neuzulassungen strengere CO₂-Stufen. Den Zeitpunkt findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil 1.

Schritt 1: Hubraumsteuer
Für jeweils angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum zahlst du bei Benzinern 2,00 Euro, bei Dieselmotoren 9,50 Euro. Der Dieselsatz wirkt hoch, wird aber durch die niedrigeren CO₂-Werte teilweise ausgeglichen – in der Praxis bleibt der Diesel meist trotzdem teurer.
„Angefangen“ bedeutet: 1.498 ccm sind 15 Einheiten, auch wenn die 15. nur zu 98 Prozent voll ist. Den genauen Hubraum entnimmst du dem Feld P.1 in der Zulassungsbescheinigung, angegeben in cm³.
Schritt 2: CO₂-Steuer
Die ersten 95 g/km sind steuerfrei. Alles darüber wird gestaffelt besteuert, und zwar pro Gramm, das über der Schwelle liegt. Die Stufen für Pkw, die ab 2021 erstmals zugelassen wurden, lauten sinngemäß:
- über 95 bis 115 g/km: 2,00 Euro je Gramm
- über 115 bis 135 g/km: 2,20 Euro je Gramm
- über 135 bis 155 g/km: 2,50 Euro je Gramm
- über 155 bis 175 g/km: 3,00 Euro je Gramm
- über 175 bis 195 g/km: 3,60 Euro je Gramm
- über 195 g/km: 4,00 Euro je Gramm
Das Prinzip ist wie bei der Einkommensteuer: Jede Stufe gilt nur für den Anteil, der in sie fällt. Ein Auto mit 130 g/km zahlt also nicht 2,20 Euro auf alle Gramm, sondern gemischt nach Stufen. Der Wert steht in Feld V.7 der Zulassungsbescheinigung (kombinierter WLTP-Wert bei neueren Fahrzeugen).
Zwei Rechenbeispiele
Beispiel Benziner: 1.498 ccm, 130 g/km, Erstzulassung 2023. Hubraum: 15 × 2,00 Euro = 30 Euro. CO₂: 20 g (von 95 bis 115) × 2,00 Euro = 40 Euro, dazu 15 g (von 115 bis 130) × 2,20 Euro = 33 Euro. Summe CO₂ = 73 Euro. Gesamt: 103 Euro pro Jahr.
Beispiel Diesel: 1.968 ccm, 125 g/km, Erstzulassung 2023. Hubraum: 20 × 9,50 Euro = 190 Euro. CO₂: 20 g × 2,00 Euro = 40 Euro plus 10 g × 2,20 Euro = 22 Euro, also 62 Euro. Gesamt: 252 Euro pro Jahr.
Die Beispiele sind bewusst gerundet und dienen der Orientierung. Der verbindliche Betrag steht im Steuerbescheid des Zolls, der alle Besonderheiten deines Fahrzeugs berücksichtigt.
Wo du die Werte findest
Alle nötigen Angaben stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil 1: Hubraum in Feld P.1, CO₂ in V.7, die Kraftstoffart in P.3 und das Datum der Erstzulassung in B. Hast du das Dokument nicht griffbereit, hilft dir der Beitrag zu verlorener Zulassungsbescheinigung Teil 1. Für eine schnelle Berechnung bietet der Zoll online einen Kfz-Steuerrechner an, in den du dieselben Werte einträgst.
Elektroauto, Hybrid und Co.
Reine Elektroautos sind für einen befristeten Zeitraum von der Kfz-Steuer befreit. Nach dem Stand bei Redaktionsschluss gilt die Befreiung für Fahrzeuge, die innerhalb des gesetzlichen Fensters erstmals zugelassen werden; die Details und Fristen haben sich zuletzt mehrfach geändert. Alles Wichtige dazu findest du im Ratgeber Kfz-Steuer beim Elektroauto.
Bei Plug-in-Hybriden wird der Verbrennungsmotor nach Hubraum besteuert, und beim CO₂-Teil wirken sich die niedrigen Normwerte positiv aus. Mehr dazu steht im Beitrag zur Steuer für Plug-in-Hybride. Ältere Fahrzeuge vor Juli 2009 und Oldtimer mit H-Kennzeichen folgen eigenen Regeln: Für Oldtimer gibt es eine Pauschalsteuer.
Zahlung, Bescheid und Sparpotenzial
Die Steuer wird per SEPA-Lastschrift eingezogen. Ohne Lastschriftmandat kann die Anmeldung nicht abgeschlossen werden. Du kannst jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich zahlen, wobei bei kürzeren Zahlungsweisen kleine Aufschläge anfallen, bei einem Jahresbetrag über 500 Euro ist die Zahlung oft ohnehin flexibler. Den Bescheid schickt der Zoll an die Adresse der Zulassung; bei einem Umzug solltest du die neue Anschrift rechtzeitig mitteilen, wie im Beitrag Auto anmelden – wie lange dauert das? beschrieben.
Sparen kannst du vor allem beim Kauf: Wer zwei sonst gleichwertige Modelle vergleicht, sollte neben Verbrauch und Versicherung auch die Steuer einrechnen. Der Unterschied zwischen einem sparsamen Benziner und einem großen Diesel kann über die Haltedauer schnell mehrere hundert Euro betragen. Saisonkennzeichen reduzieren die Steuer zeitanteilig, siehe Saisonkennzeichen-Kosten.
Häufige Fragen
Wer schickt den Kfz-Steuerbescheid?
Der Zoll. Er erhält die Daten automatisch von der Zulassungsstelle und zieht die Steuer per Lastschrift ein.
Wie hoch ist die Kfz-Steuer für einen Diesel?
Mehr als bei einem Benziner mit gleichem Hubraum, weil der Hubraumsatz 9,50 statt 2,00 Euro je 100 ccm beträgt. Bei einem 2,0-Liter-Diesel sind 250 Euro und mehr üblich.
Kann ich die Kfz-Steuer selbst nachrechnen?
Ja. Mit Hubraum, CO₂-Wert und Erstzulassungsdatum aus der Zulassungsbescheinigung lässt sich die Steuer nach der gezeigten Formel überschlagen; der Zoll bietet zusätzlich einen Online-Rechner.
Wird die Steuer bei Stilllegung erstattet?
Bei Abmeldung endet die Steuerpflicht, zu viel gezahlte Beträge erstattet der Zoll automatisch.
Hinweis: Alle Angaben sind Richtwerte für Deutschland (Stand 2026) und ersetzen keine Auskunft des Zolls.